las sen und noch 14 Tage lang mu ßten sie in schlecht en La gern der
Erlösung Har ren, wobei noch viele erkrankten. Die Aufregung kann
man sich nicht ausmalen, als am 31. Oktob er endlich im Lager von
Rio secco bei Val ona der Befehl zur Einschiffung auf dem „Piet ro
Ealvi " kam. Freilich, manchem Schwerkra nken, der zurückbleiben
mußte, löschte es den letzten Hoffnungsfunken ans. Wie manchem
unserer lieben armen Kamerad en wurde Albaniens Erde zum
Grabe — von unse rn Ke nnelba chern all ein sind vier als Todesopfer
dort geblieben.
Die Heimfahr t über Venedig—Verona—Brenner ist schon
in an dern Schri ften öfter geschildert worden, soweit sich das schil
dern läßt, was in der Brust der Todgeweihten, die zum Leben
zurückkehrten, vorgi ng. Jetzt endlich konnte man in den Heim atdörfer
n die Kränze und Fahnen, die man schon im November 1918
zum ersehnten Empfang gerüstet hatte, wirklich anbringen zur
Begr üßung der Letzt en unseres Baons, und ihr kranker Leib und
ihre kran ke Seele konn ten im Lauf der Mona te gen esen in der
Geborgen heit des Schönsten, was der Mensch anf Erden hat, —
der Hei mat!
Wie es unfern Bregenzern u. Hörb ranzern erging
Am 19. Novembe r 1918 wurde unsere Gruppe mit noch einigen
anderen zum Abmarsch aufger ufen. Endl ich um 1 Ahr na chts
setzte sich die Kolonne in Bewegung, und um 4 Ahr früh marschierten
wir in Brescia ein. Der Vollmond beleuchtete die alten
Fest ung smauern und unser e Schritte ertönten dumpf in den
Straßen der schlafenden Stadt. Am Güterbahnhof wurde haltgemacht.
Ans fror en tse tzlich, denn der leere Magen war ein
schlechter Wärmesp en der. Nach langem Warten wurde n wir einwaggoniert.
Kurz vorh er kam noch ein alter Mann mit einem
Sack, vollgepfropft mit Brotstü ck en. O wel che Freude! Wie ein
Rudel Wölfe fielen wir über sie her. Hatte doch noch eine Menschenseele
ein Herz für uns Gefangene!
Nun führ te uns der Zug dem unbekannt e n Ziele entgegen.
Wohi n, ja wohi n? — Nach Albanien, Sizilien, oder doch in ein
Lager in Italien? Die Fahrt ging über den Po, Parm a, Pistoja,
Florenz. Hier gab es Mena ge, aber herz lich wenig. Dann kam 145