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Full text : Das Standschützenbataillon Bregenz im Weltkriege. Erinnerungen einiger Standschützen

Recco und nun nä herten wir uns der Ewi gen Stadt. Am 22. Novemb
 er ^4 Ahr früh betraten wir den Boden N o m s. Ein
nebliger Morgen. Wir mar schie rten auf ein altes Fort zu. Pietrol
 ata. Auf dies em Wege kamen uns Leiden sgenos sen entgeg en.
W ahrs cheinlich muß ten sie uns ihren Platz räum en. Wir passierten
ein Tor. alles war eingezäunt mit viele n Drahtverhauen und als
Bewachung erhielten wir tschec hoslowakisch e Legionäre , also Vaterlandsverräter.
 Das waren recht be trübliche Aus sichten. Eine
Visi te folgte der ande ren und was der einzelne noch an Habseligkeiten
 Hatt e, das nahmen die fein en Her ren au sich. Nach allen
möglichen Schikanen, denen wir ausgesetzt waren , wurden die
Tsc hechen von italienischen Soldaten abgelöst. Die Menage war
sehr schlecht und auch sehr we nig. Die meiste Zeit regnete es in
Ström en und wir lagen auf hartem Boden in Zel ten. Die Ruhr
erg riff manch en Kamer aden.

Ich ma chte mich auf, suchte den Lagerdolmetsch und versp rach
ihm pro Mann 10 Kronen, wenn er uns behilflich sei, daß wir
irgend wo hin auf Arbeit kommen könnten. And es gelang. Am
25. wurden wir als Arbeitstruppe von 100 Mann abtransportiert.
Noch einen Blick zu rück ins Lager und wir marschier ten in die
Stadt hinein. Von ferne grüß te der alte hrwürdi ge Peters dom. Die
Bevölk erung stellte viele Fra gen und manch mitleidiger Blick
fol gte uns. Der Weg führte über die Via und Porta San Sebastiano,
 Bahnhof Trastevere, Via Portuense, dann üb erschr itten
wir den Tiber. In San Pi etro war kurze Rast. Bald verließen
uns 30 Mann. Wir wanderten wei ter in der Richtung Ostia.

Endl ich hatt en wir unser Ziel erreicht: „Casetta Mattei",
 im Spott auf „Narrenhäuschen" verdeutscht. Es liegt am
rechten Afer des Tiber , an der Stra ße Rom—Ostia, un gefähr drei
Kilo meter land einwär ts von der Bah nstatio n Magliano. Auf dem
Gutsb etri eb, wo wir zu arbeiten hatten, fanden wir eine deutsche
Frau mit echt weiblichem Gemü te vor: Sig nora Martha Beretta.
Sie war die Frau unseres Padrone. Fünfzig gefangene Angarn
waren hier auf Arbeit. — Einige von unseren Kameraden waren
krank und nun erführen wir die Hilfsbereitschaft von Frau
Beretta. Die erste Sorge di eser unserer Gefangenenmutter,
als welche sie sich durch die ganze Zeit unseres Aufenthaltes
bewies, galt insb esond ere den kr anken Kameraden. Ihr gebührt 146
            
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