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Full text : Das Standschützenbataillon Bregenz im Weltkriege. Erinnerungen einiger Standschützen

so lchen Loches notd ürftig niederkauern zu könne». Die Anterstände
waren teilweise so niedrig, daß man sich kaum umkehren konnte,
auch war es unmöglich, mit dem Rucksac ke auf allen Vieren hi neinzukommen.
 Dabei tropf te überall das Wasser herunter. In einem
solch en Loch lagen dann 10 bis 15 Mann und keiner du rfte sich
rühren, da er sonst dem ande ren die Schu he ins Gesicht schlug. Am
Morgen hellte sich der Himmel auf und wir gingen daran, unsere
Löcher wenigstens halbwegs herzurichten. Auch wurde in den folge
 nden Tagen für die Herren Offiziere ein tadelloser Anterstand
geschaffen, wobei zu bemer ken ist, daß wir das le tzte Stück Holz
eineinhalb Stunden hertragen mußten, von der „Bregenzer Klause"
her, von wo der ganze Nachschub bewerkstelligt wur de. Währenddem
 mußten auch Kanonen den Berg heraufgezogen und eingegra
 ben we rden, mußte Zem ent herbe ige schafft we rden. Am
10. Juli wurde die Geschützstel lung über uns ziem lich stark von den
Welschen beschossen, Schrapnells und Granaten flogen reichlich daher
 und explodierten mit starkenr Sprengschlag. Ein Mann von
uns wurde am Kopfe verletzt. (Es war der Sch ütze Gebhar d Gehrcr,
der ein ige Tage vorh er zur 1. Kompagnie eingerückt war. Die Verwundung
 war leicht.) Zwei Tage später , als wir nach der Menage
wied er zur Arbe it wollten, Bretter zu holen, pfiffen wieder die
Geschosie daher und wir flüchteten in unser e Höhlen, die wir den
ganzen Nachmittag nicht wieder verlaff en konnten... Die Gegend
 ist hier pracht vol l. Golden glänzt die Sonne schon morge ns
4 Uhr über die wil den, zackigen Dolomitenfelsen. Der mäch tige
Gletscher der Marmolata liegt majestätisch vor uns und die riesigen
Eiswände schimmern in kristallklarer Bläue zu uns herüber. Die
Nähe der großen Schneemasien bewirkt es, daß es gle ich kalt wird,
sobald die Sonne versch win det. Sehr kalt sind die Nächte . . ."

Nach der 1. Kompagnie hatte auch die 3. ihren Stellungs ­
wech sel von Pordoi nach dem Bes cul zu vollziehen. Wiederum
in stürmischer Nacht ging es mit Sack und Pack über den schl immen
 Steig, nur die Blitze zeigten manchmal den Pfad. Am
Mitternacht kamen die Leute naß und todmüde zur Besculmulde.
Dort tat einer der Man nen den Ausspruch: Jetzt woaß i nit, soll i
„in Gott 's Nama" säga, oder „Himmel-Herrgott". Ohne Zelt und
Dach schlie fen sie auf dem ka lten Grasboden bis zum Morgen.
Anker unsäglichen Mühen ba uten die Leute neben dem ziem lich 37
            
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