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Full text : Das Standschützenbataillon Bregenz im Weltkriege. Erinnerungen einiger Standschützen

Hat unser Stabskoc h Fe hler in Canazei geschaffen, wie riß man sich
um die „Küttele" beim Golasch - Vere!

Am 15. Juli gl ückte dem eifrigen Schützen und Weidmann
Zugsführer Karl Deuring ein Schuß auf eine Gams. Es war
natürlich verboten, Gemsen zu jag en; uns ere Ober en wuß ten, was
sich in einem Weltkr ieg gehört: ärarische Mu nition du rfte nur
gegen Menschen geschoffen werden. Nebenbei bemerkt, war auch
das Pflücken von Edelweiß streng verboten. Das Gemsenschießen
also war verboten, aber es ist kaum zu schilde rn, wie gut diese
Gams war. Auch unser e Oberl eutn ants Stefan Köh ler und Peter
Jäger fanden diese Abwech slung ausgezeichnet.

Bei der Eintöni gkeit der Verpflegung taten die Liebesgaben,
die Woche für Woche das Bataill on errei chten , wahre Wunder.
Sie boten die notwendige Ergänzung durch Süßigkeiten und andere
schwer entbehrte Genüsse. Als die erste Fuhr Käse aus dem Ländle
anrückte, da war der Genuß ganz unglaublich groß. Es gab auch
außerordentliche Lieb esga ben. Die Bregenzer werde n sich mit
Wonne an die Sendung erinnern, die sie einst überraschte. Die
Kompagnie Brege nz erhielt ein Faß Wein, der Bregenzer Zug
erhielt ein Faß Wein und der Batail lon sschrei ber erhielt alle in auch
ein Faß Wein; alles von einem Bregenzer, der in Neumarkt im
Ets chtal draußen als Richter amtierte.

Die Heimat hat gew ußt, wel che Freude sie mit ihren Liebesgaben
 an der Front und im Stabsquartier erregte ; sie gab und spendete
 ohne Unterlaß, auch dann, als sie selbst in Not war.

Besuche.

Am 27. Juni be suchte der Er z herzog-Thronfo lger Karl Ca nazei
und sein Besuch wurde dort nicht minder gefeiert wie in Pordoi.
Der Erzherzog sprach mit jedem unserer Offiziere und mit einzelnen
aus der Mannschaft.

Am 20. Juli traf in Canazei, be gleitet von Dr. Stumpf,
Landesausschußmitglied von Tirol, unser Landeshauptmann Adolf
Rhomber g ein, der nach langem Bemühen die Erlaubni s erhalt en
hatte, die Standschützen zu besuchen. In Predazzo sah der Landeshau
 ptmann zuers t die Feldkircher, in Meida die Dornbirner. Seine
Reise ging von uns weg weiter nach Tr ient und Judikarien, wo 55
            
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