Skip to main content

Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

Die Scheidung des Volkes in Stän de und ihre Verfas sung. 123 
die um so ve rderblich er wirkte, je mehr nicht bloß die G eleg enheit zu 
einem Erwe rb, sondern auch Sinn und Geschick hiefür schwanden. 
Die Ursachen, welche im vorigen Zeitraume deu Verfall der 
S tädte und Märk te herbe iführt en, wirkten anfangs in der letzten 
bis in unsere Tagen reichenden Periode fort und zu denselben 
gesel lten sich noch bald neue. S olche waren die Eröffnung neuer 
Alp enstra ßen oder wesentliche Verbesserun gen derselben, wie durch 
Graubünden, über Pontafel und Triest, die Gründung des Frei­ 
hafens Triest nnd dessen Aufschwung, die drückende Z oll politik der 
Nachbarstaaten, St euern zu den Zeit en der T ürkenkr iege und der 
Raubkriege Ludwigs XIV., des spanischen Erb folgek rie ges und des 
pol nischen Thronstreites und insbesondere der feindliche Einfall im 
Jahre 1703. Doch das reg ere Le ben, das mit dein Regieru ngs­ 
a ntritte der Kais erin Maria Theresi a b egann, kam namentlich auch 
deu S tädten zugute nnd sie und ihr Sohn Josef II. tha ten viel 
für indir ecte Förderung des Bürgerthums. Dahin gehören b eson­ 
ders die Verbesserung des Verkehrswesens und der Straßen, die 
H ebung von Gewerbe und Industrie. Aber es fehlte auch nich 
an großen Mißgriffen in der Handelsgesetzung, wie die v erderb­ 
lich en neuen Zollordnungen uud die schädlichen Monopolien 
beweisen, und die gesteigerten Verwaltu ngs kos ten und die vielen 
Kriege drängten zu neuen Austagen. Dein fount begonnenen neuen 
A ufschwung der Städte und Märkte traten dann die verwüstenden 
Revolutionskriege und insbesondere der Krieg des J ahres 1809 
hemmend entgegen, welche denselben große Schuldenlastrn anfbür- 
deten lind einzelne wie Schwaz auch verwüsteten. Die folgende 
Zeit physischer und geistiger Erschlaffung vermochte diese tie fen 
Wunden nur lang sam zu heilen; erst als sich mit dem Jahre 1848 
auch ilt Tirol und Vor arlberg wieder eilt freierer Geist r egte, 
na hmen wenigstens die günstiger situie rten S tädte wieder einen 
sichtlichen Aufschwun g, dent ilt neuester Zeit die allgemeine 
Calamität auf dem Gebiete der Volkswirtschaft und der tiefe 
Verfall einzelner Industrie- uud Handelszweige nicht besonders 
hind erlich entgegen getreten sind, die italienischen Städte ausge­ nommen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.