Die Scheidung des Volkes in S tände und ihre V erfass ung. 145
Kreishauptmann in Bregen z ein solches gegeben; im Jahre 1787
verloren dann die Landschaften den l etzten Rest von Selbst ändig
keit, indem ihre Organe, wie in Tirol die Activität, dem Guber
nium zu Innsbruc k u nterstellt wurde n.
In dem letzten Decennium des XVIII. und in den erst en
des XIX. Jahrhunderts stieg nun allerdings die Bed eutung der
Lairdschaften Ivieder, sie erhielten die früher e Selbstverwaltnng
zurück und die Revolntionskriege gaben ihren Ausschüsfen Gelegenheit
genug , um ihren Einfluß, namentlich in Sach en der Landesver
theidigung, zur Geltung zn bringen. Aber die baierische Reg ie
rung hob im Jahre 1808 die Verfassungen auf und dieselben
w urden erst nach der Rück kehr an Österreich wie der hergestellt.
Doch die neuen Verfassungen vom Jahre 1816 war nur ein schwacher
Ersatz für die älteren einst so w ichtigen nnd in Vorarlberg kam
dieselbe nicht einmal zur Ausführung; den Hoff nungen, welche das
Jahr 1848 erweckte, w urden bald durch den Absolutismus der
Fünfziger Jahr vernichtet und erst das Jahr 1860 brachte den
Tirolern und Arlbergern eine Vertretung, die den Bedürfnisfen
der Länder entspricht.
Die ä ltere Landesrepräsentation bestand in Tirol demnach
ans drei Vertretungskörpern, aus dem vol len oder wie er auch
heißt, offenen Landtage, aus bent großen und dem k leinen Aus
schüsse, wozu noch die Steuercompromisse und Activitäten als noch
e ngere landschaftliche Versammlungen oder Organe kamen; in
Vorarlberg gab es außer dem vollen Landtage nur die Cvnferen-
zialstände. Auf dem vollen t irolisch en Landt age erschienen sämmt
liche immatriculierte Stifter des Landes und alle immatriculierten
Adeligen über 16 Jahre,' dann je zwei Deputierte von allen
immatriculierten Städten und Gerichten; der alte Vorarlbergische
Land tag war schließlich ans den drei Städten nnd den 21 Gerichten,
welche österr eichi sch geworden w aren, zusammengesetzt. Der große
Ausschuß der tirolisch en Landschaft zählte in der Regel 40 Mit
gliede r, der kleine 20—24 und beide wurd en anfan gs bloß vvn
dem vollen Landt age gewählt; als aber dieser immer seltener
tagte, ergänzten sie sich selbst. Die Conferenzialstände entsprachen
Die Tiroler und Vorarl ber ger von I. Egger. j 0 0