2Die natürli che Besch affen heit der Länder Tirol und Vorarlberg.
von jo vielen Nachbarstaaten umlagert , kei nes durch seine Lage
und natürliche Beschaffenheit ans dieselben so ang ewiese n, k eines
je doch auch durch so s ichere Grenz marken von denselben geschieden.
Es war darum nichts we niger als bloß eine leere Ph rase, wenn
diese Län der zur Zeit der Coalitionskriege und schon frühe r von
Staatsmännern und Militärs oft eine F estnng genannt wurden,
und sind auch deren Mauern und Wälle für das vorgeschrittene
Kriegswesen unserer Tage nicht mehr so unbezwinglich, so wird
sie doch stets ein schwer zu eroberndes Bollwerk bleiben, so lange
ihre Besatzung kriegerischer Geist und Pflichtgefühl beseelen.
Tirol und Vora rlberg trag en unter allen Alpenländern am
meiste n den Charakter der Alpennatur an sich, denn sie sind nicht
nur fast ebe nso weit vom Ost- wie vom Weste nde des Alp engürtels
entfernt, sondern sie werden auch von sämmtlichen drei A lpenzonen,
in welche diese gewalti gste Erhebung Europas nach ihrer Breite
sich gliedert, durchzogen und dann gewinnt gerade an dieser Stelle
das ganze Gebi rge seine b etr ächtl ichste Breitenausdelmung. Daher
ist auch kein A lpeu gebiet so von Gebirgen er füllt und kanm eines
dürfte eine solch e Mannigfaltigkeit in seinem Aufbau e a uszeichn en.
Ein Gebirgsland -zot-’ Sco/Tjv, hat Tirol, von den Thalweitungen
s einer Hauptthäler abgesehen, nicht eine Ebene und die Rheinebene,
zu der sein B ruderland im Westen sich senkt, ist gleichfalls nur
eine Thalfläc he von etwas größerer Breite. Wie die User des
Bodensees (c. 400m) die t iefsten Stellen Vorarlbergs, so bezeichnet
der N ordrand des Garda sees (53m) die tiefste Lage Tirols, aber
der Abstand dieser Stellen von den höchst en Erhebungen zeigt sich
in Tirol viel bedeutender und die dazwischen liegenden Stufen
sind auch hier von viel g rößerer M annigfaltigkeit. Zudem er gibt
sich noch der Unterschied zwischen den beiden Kronländern, daß
V orarlberg bei sei ner viel geringeren Breitenausdehnung von der
südlichen Alpen zone nicht mehr erreicht wird und darum auch seiner
geologischen Zusammensetzung nach eine weit geringere Verschiedenheit
darbiete t. Bis zur Stunde verbinden die beid en Länder nur die
hohe Straße über den Arlbergpaß (1797m) und zwei nicht fahrbare
G ebirgsübergänge, aber nichts d estoweniger haben dieselbe n schon schon