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Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

170 Die Entwickelung der kirchlichen Verhältnisse nnd des Volkes religiöser Sinn. 
fische Herrschaft ge fallen war en. Die i talienis che Regierung zog 
im Departement Oberetsch die Stiftungen zum Monte Napoleone 
ein und hob einige Klöster auf. Dies Schicksal erfuhren z. B. 
die Franciscanerklöster zu Bozen und Kältern, die C apuciner klöste r 
zu Bozen, Neumarkt und Eppan. Durch die Zerreißung der 
tirolischen O rdensprovin z in drei Theile waren alle Capuciner­ 
klöster auf den Aussterbe-Etat gesetzt. Die B ischöfe und Priester 
galten als Staatsbeamte und waren dem betreffenden Minister­ 
untergeordnet, sie bezogen Staatsgehalte nach dem Maßs tabe der 
bisher genos senen Einkünfte. 
Mit der Rück kehr der Länder Tirol und Vor arlberg unter 
Österreichs Herrschaft nahm für die Kirch e wieder eine glückliche 
Periode ihren Anfang, die mit dem Abschluß des be rühmten Con­ 
cordates, das der Kirch e eine ungewöh nliche Freiheit verlieh, ihren 
Höhepunkt erreichte. Schon bald darnach, im Jahre 1818, machte 
endl ich eine definitive Diöcesaneintheilung den viele n S chwank ungen 
und Unsicherheiten der l etzten Zeiten ein Ende und es wurde der 
größt e Theil des Gebietes den beiden inländischen Bisthümern 
Brixen und Trient und nur ein k leiner Salzburg zuge thei lt. 
Dies er hielt nämlich das östlich vom Z iller geleg ene Unterinn-Thal, 
also anch das ehemalige Gebiet des Bisthums Chiemsee; Brixen 
mußte die Pfarren Pens, Velturns, Klause n, Latzfons, Lasen, 
Cast elrut t, Völs, Tiers, Steinegg, Welschnvven nnd Fassa sowie 
die drei Curatien Teis, Gufidaun und Vilnös an Trient sowie 
Caprile an Belluno abtreten, wofür es die Antheile der Bisthümer 
Constanz und Chur in Tirol und V orarlberg, mit Ausnahme des 
untern Vinschgaues, die Antheile der Bisthümer Freising und 
Gurk in Tirol und die pusterthalischen Pfar rbezirk e Salzburgs 
sowie später die Curatien Colfnfchg und Vent be kam. Das untere 
Vinschgan von Tschengels und Laas abwärts fiel ebenfalls an 
Trie nt. Nun hob sich die Zahl der Seelsorgsstationen erheblich 
und noch mehr nahm die der Weltpriester zu. In der Diöcese 
Trient stieg e rstere z. B. von 480 auf 499 und letzter e von 749 
auf 915. Gegenwärtig zählt der Antheil Salzburgs in Tirol 
5 Decanate, 23 Pfarreien, 7 Localien, 23 Vicariate, 5 Curatien Curatien
	        
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