274 Des Volkes Erwerbsquellen, Betrie bsamke it und Wachsthum.
1,174.600 Kilogramm nordamerikanische, 416.400 Kilogramm
ostindische und 20.000 Kilogramm levantinische Baumwolle ver
wende t wird. Ju sämmtlichen 6 Spinnereien werden 287 Männer,
333 Weiber und 46 Kinder unter 14 Jahren beschäft i gt. Baum
wollwebereien gibt es im Kammerbezirk ebenfalls 6 mit 1030
Webstähle n, woru nter 52 mechanische Buntstühle und 21 m echa
nische Bandstühle sind. Schafwollenspinnereien bestehen ilt Nord
tirol 5 und zwar in Junsbru ck mit 2160 Spindeln, ill Mühlau
mit 1930, in Flirsch mit 430, in Telfs mit 380 und in Hall
mit 150 Spindeln. Die Jahresproduktion beträgt 102 970 Kilo
gramm Str ei chgarn, wozu 94% der Wolle inländische, 4% andere
europäische und 2% überseeische Scha fe liefern. Schafwollwebereien
existireu 5 mit 280 We bstühle n. Die Ver edlung der Fabricate
besorgen 2 Bleichereien, 2 Druckere ien, 7 Färb erei en, worunter
eine vollkommen ei nge richtete Dampffärberei, und 7 Appreturan
stalten. In Seide arbeiten die Webereien 3 Innsbrucker Firmen
mit einer W a renproduction im Werte vvn 88.000 fl., ilt Flachs, Hanf
und Jute die Leinwaudwebereien einer Firma in Telfs mit einer
Warenproduction int Werte von 60.0 00 fl., in diversen organi
schen Sto ffen die Fabriken zweier Firm en in Hall und einer in
Imst mit einer Warenproduction int Werte von 124.000 fl.
Alle diese Industrien sind von den Wehen des Jahres 1873 nicht
unberührt geblieben, doch haben sie darunter viel weniger gelitten,
als in an dern öster reic hischen Ländern.
Eine weit größere Bed eutung als diese Z weige der Textil-
Jndnstrie für Nordt irol hat bis in die neueste Zeit die Seideu-
industrie für Südtirol gehabt. Dieselbe ist wohl die älteste von
allen je in größerem Maße b e triebenen Jndustriearten Tirols, sie
begann, wenn nicht schon int Anfänge, so jedenfalls in der zwei ten
Hälfte des XV. Jahrhunderts; Girolamo Savioli soll sie ans dem
Venetianischen in Roveredo eingeführt haben. Die Entwick elung
gieng aber sehr langsam vor sich, 1559 zäh lte diese Stadt erst
1847 Einwohner, doch rühmt der gleichzeitige Landreim bereits
ihr Sammt- und Seidenzeng. Die Gebrüder Joh. nnd Paul
Ferleger aus Nürnberg errichteten 1580 das erste Filatorium Filatorium