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Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

Kunst und Wissensch aft. 407 
berühmte G lockengie ßer Gregor Löffler goß für die Hofkirche und 
andere Kirchen mehr ere Glocken von nicht übertroffener Schönheit 
und füllte die Zeughäuser Tirols und der Vorlande mit prächtigen 
größern und k leinen Feldstücken. Der in seiner Zeit zu Hall 
entstandenen Glashütte und Glasmalerei und ähnlichen Unter­ 
nehmungen gewährte Ferdinand I. Privilegien und materielle 
Unterstützung, und nicht ge ring ist die Anzahl öffentlicher und 
Privatgebäude, die durch Kunstw erke der genannten Glasmalerei 
geschm ückt wurden. Solche Glasmalereien zierten z. B. das Hans, 
in welchem die von Ritter von W aldstein gegründete Haller Zech­ 
g esellscha ft sich zusammenfand. Der Bau der Hofkirche und andere 
Bauten, wie der K reuzgang im daran stoßenden Klostergebäude, 
bot manche Gelegenheit zu plastisc hen Arbeiten. So finden wir 
auch zu Ferdinands I. Zeit in Innsbruck ein reges Kunstleben. 
Im Die nste des Kaisers erscheinen außer den Baumeistern Paul 
Uschal, Nicolaus Thuring und Marx della Bvlla die Maler: Paul 
Dax, Hans Polheimer und Degen Pirger und die Glasmaler : 
Thom as Neidhart von Feldkirch und Urban Delchinger; ja selbst 
der hochberüh mt e italienische Maler Tizian arbeitete damals kurze 
Zeit und der kaum wenig er oft genannte deutsche Maler Lucas 
K ranach durch volle drei Jahre als Gesellschafter des gefangenen 
Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen zu Innsbruck. Von 
Dax, der sich später gleichfalls der seit 1530 aufblühenden Glas­ 
m alerei zuwandte, stammt die erste Hälfte der Wappengemälde für 
die Fenste r der Hofkirche, welche Arbeit nach s einem Tode (1561) 
Neidhart fortsetz t e. 
Während der Regierung Ferdinands I. fand, wie es scheint, 
die Kunstliebe des Hofes auch beim Landadel reg er» Anklang und 
dieselbe erwachte nun gleichfa l ls beim w ohlhabendem Bürgerstand 
immer stärke r: ersterer schmückte seine Schloßräume, wie angedeutet 
worden, mit allerlei Gemälden und plastischen Darstell u ngen von 
Kunstwert; die Wände mit Fresken ans der antiken M ythologie und 
mit Wappenbildern oder zierlichem Getäfel, Th üren und Fenster 
durch mannigfach e Gliederung; die Bürger brachte n in ihren statt­ 
lichern Häu sern allerlei ähnlichen Schmuck an, beso nders in den den
	        
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