434 Kunst und Wissenschaft.
(1800—1881) und des sen Schüler und Landsmann, der jung
gestorbene Jakob Fink aus Schw arzenbe rg (1821—1846). Ersterer
bildete sich in der Wiener Akademie nnd zu Rom und nahm hier
längere Zeit sein en Aufenthalt, bis er in die Heimat zurückk ehrte.
Anfangs mit Porträten vornehmer Personen beschäftigt, wandte
er sich in Rom der Richtung Oberbecks zu und blieb ihr bis zu
s einem Leben sende treu. Seine Kunstthätigkeit erhob sich gleichsam
zum praktischen Gebete und werk thäti gen Gottesdienste. Der f romme
Maler Fra F iesole war nebst Rafael sein H a uptvorbild. Vou
se inen Werken sprachen die Meis ter der religiösen Malerei unsere r
Zeit, Oberbeck uud Cornelius, die zugleich seine Freunde, mit
hoher A nerkennung. Am meisten bewu ndert wurde die anbeteude
Madonna, unter dem Namen Adorata beka nnt, deren Holdseligkeit
unübertroffen ist; die Franeisea nerkirch e in Sch waz erfreut sich
einer Glorie des hl. Francisc us im a ltitalie nisc hen Stile. Finks
wenige Ölgemälde, lauter religiöse Gegenstände, bekunden g rosse
Originalität und ein ungewö hnliche s Compositionstalent, gestatten
aber der Befür chtung Raum, daß der Künstler bei län gerem Leben
ganz dem Geiste der Asc etik hätte a nheim falle n können. In
Richtung und Gegenstand im wesentlichen mit den genannten Vor
arlbergern übereinstimmten die drei Meister Franz Hellwege r aus
St. Lorenzen (1812—1880), Georg Mader aus Ste inach (1824 bis
(1881 ) und Franz Plattner aus Zirl (geboren 1826). Alle drei
in Münc hen unter Cornelius, Heß und Schraudolph gebildet ,
w andte sich der erstgenannte mehr der Richtung Oberbecks, Mader
und noch entschiedener Plattner jener des Cornelius zu. Hellweger
arbeitete unter des letztern Lei tung an den Fresken der Ludwigs
kirc he in München, dann mit Steinke an den Fr escobilder n im
C ölner Dom. Nach einem fünfmonatlichen Aufenthalte in Rom,
hielt er sich anfangs zeitweise in der Hei mat auf und ließ sich
dann (1862 dauernd in Innsbruck n ieder, viele Kirch en Tir ols
mit Altarbildern schmück en d. Die b ekann testen sind das Altar
blatt für die Silzer Pfarrkirche, ein Sebastian in Mils und die
hl. Anna an einem Seitenaltar inder Inn sbrucker Pfarrkirche, das
gelungenste vielleicht der Altar im Kripp' schen Schlosse zu Absam.