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Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

Die ältesten Bewohner Tirol s und Vorarlbergs und deren Romanis ierung. 37 
dasselbe unter den Romanen der Dlöcese Trient , die bis über 
Bozen hinaus und bis in die Nähe von Meran sich erstreckte, 
vollkomm en erlosche n. Im Verlaufe des V. Jahrhunderts wurde 
Trient der neu entstandenen Erzdiöcese Aquileja einverleibt, bei der 
es bis zu feiltet Vereinigung mit Salzburg (1751) verblieb. 
Noch in tieferes Dunkel gehüll t sind die E ntstehung und die 
ersten Geschicke der Bisthümer Chur, Augsburg uud Säben . Chur 
hat wohl schon vom Anfänge an sich auch über den Vin schgau 
und den Wallgan in Vor arlberg erstreck t, jedenfalls aber zur Zeit 
der Thei lung des eh emaligen Rätien in zwei Rätien diese Gebiete 
umfaßt; es hat sie bis in unser Jahrhundert behalten. Das 
vielleicht sehr alte Bisthum von Augsburg fand wohl seinen frühen 
Untergang, als diese Stadt in die Hände der Alemann en fiel (378). 
Um die Mitte des V. Jah rhund erts erscheint der hl. Valentin als 
Abt und Bischo f beider Rätien, jedoch ohne bes timmten Sitz. Es 
verlautet nich ts, daß er H eiden bekehrt, und so darf man wohl 
annehmeu, daß die Romanen der beiden Rätien sämmtlich Christen 
waren. Von dem Bisthu m Säben fin det sich um diese Zeit noch 
keine sichere Spnr, der östlichste Theil des Puster-Thales gehörte 
zu dem Bisthum Teurnia (int Lurufeld). 
Roms Herrschaft über Rätien blieb durch fast 300 Jahre 
vollkommen ungestört, w ährend es in N oricum und Pann onien 
zur Zeit des Kaiser s Marc Aurel einen hartnäckigen d reize hnjährige n 
Kampf gegen die M arcoma nnen (167—180) zu füh ren hatte. 
Rätiens erster und u ne rm üdlichster Feind wu rden die Alamannen, 
eilt Völkerbund, der gegen die Mitte des III. Jahrhunderts durch 
die Vereinigung mehrerer germanischer Völkerschaften ent stand. 
Unter Kaiser Claudius II. drang ein Alamannenschwar m bis an 
den Garda-See vor. Er wurde zwar (268) geschlag en und bald 
darauf erfocht Kaiser Aurelian an der Donau einen Sieg über die 
Alamannen, aber von nun ab wied erhol ten die alamannisc hen 
Einfälle sich immer wie der, das ganze IV. und V. Jahrhundert 
ist voll von Kämpfen der Römer mit ihnen und jene v ermochten 
sich der Eindringlinge immer schwächer zu erwehren. Im V. Jahr­ 
hundert durchstr eifte n Barbarenscharen Rätia II nnd Ufernoricum Ufernoricum
	        
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