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Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

58 Die Entstehung von Tirol lint) Vorarlberg rc. 
zum Eintritt in die tirolische Landschaft Als mit Kai ser Ferdinands I. 
gleichnamigem Sohne Erzherzog Ferdinand II. Tirol wieder eigene 
Landesfürsten (15 6 3—1665) erhielt und mit den Vorlanden ein 
selbständiges Fürstenthum bildete, wurden zuerst die Grafe n von 
Arco (1614) und dann die von Lo dron (16 48) zum Verzicht auf 
ihre reichsunmittelbare Stellung ge bracht, mit den Bischöfen aber 
neue Vertr äge geschlossen, welche ihr Abhängigkeitsverhältniß uoch 
genauer bestimmten und theilweise vermehrten. 
Die letzte Periode in diesem Processe began n aber mit der 
Regierung Maria Theresia's (1740—1780). Diese thatkräftige 
Regentin zog die steuerrenitenten italienischen Bezirke endl ich zur 
Besteuerung heran und schl oß mit dem Bischöfe von T rient 1777 
einen neuen Vertrag, wodurch der Wide rstand , den die Regierung 
im Steuerwesen, in Militärangelegenheiten, in Mauth- und 
Commerzsachen und in a nderen gefunden hatte, für immer beseitigt 
wurd e. Ebenso brachte sie die Land esho heit gegen den Bischof 
von Brixen in einer bis dahin noch nicht vorgekommenen Ent­ 
schiedenheit zur Geltung. So hatten die B ischöfe von Trient und 
die von Brixen trotz aller A nstrengungen, trotz wiederholter 
Beschwerden bei den deutschen Reichst agen und Klagen vor deu 
Reichsgerichten doch immer mehr von ihrer Reichsunmittelbarkeit 
eingebüßt und waren so dem heißersehnten Ziele, eine volle Terri­ 
torialhoheit zu erlangen, immer ferner gerückt worden. Mit dem 
Frieden von Lüneville schlug endlich die Todesstunde für ihre 
weltliche Herrschaft; die beid en Bisthümer wur den säcu laris iert 
und der Grafsc haft Tirol, mit der sie schon seit M ehrern hundert 
Jah ren im Provincialverbande gewesen, vollstän d ig incorporiert. 
Aber das Gebiet von T rient war durch die Erwerbungen der 
Grafen von Tirol so zusammengeschwunden, daß im Jahre 1802 
von der eh emaligen Grafschaft Trient nur ungefähr die Hälfte 
noch unmittelbarer B esitz der Bischöfe von Trient war, nämlich 
63.360 M.; 13' 460 M. b etrug der mittelbare Besitz und das 
Übrige war schon österr eichi sch geworden. Das Für stenthum Brixen, 
der Rest der Grafschaften Nori-Thal und Pu ster-Tha l, be trug gar 
nur mehr c. 20'60 M. Wie die Stifte r Trieut und Brixe n so so
	        
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