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Full text: Die Völker Österreich-Ungarns. Die Tiroler und Vorarlberger

64 Die Ent stehung von Tirol und Vorarlber g 2Ct 
Attl, Au, Baumburg, Benedic tbeue ru, Beruried, Herrn- und 
F rauen - C hiemsee, Diessen, Ettal, Polling , Raitenbuch, Rot, 
Schefftlarn, Scheyern, Schlehdorf, See on, Steingaden, T egernsee, 
Weihenstephan, Weingarten und Wessobrunn. Alle diese Bisthümer 
und Stif ter erwarben Besi tzungen in vielen Theilen des nördlichen 
uud mittle rn Tirol, insbesondere im Inn-, Eisack- und E tsch-Thale, 
aber auch im Puster-Thale und Vinschg au und in manchen Neben­ 
thälern derselben, wie Lenken-, Br ixen-, Ziller-Thal, Stubei- , 
Ötz-Thal, Ulten und andern. Ihre Vorstä nde zogen deutsche 
Bauern und Dienstleute heran und weckten auf ihren Besitzungen 
ein reichbewegtes Leben. Dasselbe thaten die im Lande wohnenden 
B ischöfe von Säben, die am Ende des X. Jahrhunderts, wohl 
vorz üglich deutschen Einflü ssen folge nd, ihren Sitz von dem alt­ 
romanischen Säben nach dem jungfräulichen Boden von Brixen 
verlegten. Die Urkunden des X. und XI. Jahrhunderts weisen 
in diesen G egenden immer mehr deutsche Namen auf, ein deutlich er 
Beweis von den For tschritt en des deutschen Elementes auch im 
Bau e rnstande. Ohne Zw eifel war auch die kirchliche Wirksamkeit 
der Bri xner Bischöfe der Germanisierung g ünstig; selbst häufig 
aus deutschen Gebieten entstammt, holte n sie vou daher nicht s elten 
ihre Gehilf en im Amte. Die Bischöfe von Trient beförderten die 
Germanisierung des Etsch-Landes, denn sie siud es wohl gewesen, 
die die Gel ände am linken E tsch- Ufer, wahrscheinlich des Berg- 
banes wege n, mit deu jetzigen Bewohnern bevölkerten, die sich 
s elbst Hessen nennen und deren Dialect von dem berühmten 
Literarhistoriker Vil mar in der That als hessisch erkannt wurde. 
Und ha tten die baierischen Bischöfe und Klöster ihre Weinb erge 
in Tiro l, so besaßen hingegen die Bischöfe von B rixen ihre 
Paläste in Baierns Hauptstadt Regensburg und m ußten den Hof 
der H erzoge besuchen, so oft diese es geboten. Wie wichtig diese 
Haltung der Stifter und Klöste r für die Germanisierung Tirols 
geworden ist, das zeigt gerade der Mangel ähnlichen Wirkens im 
tirolis chen Vinschgau und vo rarlbe rgische n Wa llgau. Hier war vor­ 
züglich das romanische Bisthum Chur begütert; hier herrschte aber 
auch durch das ganze Mittelalter das roman ische Element. Baierische
	        
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