ger lich nach oben und bleibt da, bis irgendein geschäfts
tüchtiger Chef daherkom mt, das schmutzige Produkt ab
sc höpft und es in den Rinnstein w irft...
Valuta: sie wirkt Wunder! In Bl udenz, das von Weidegrü nden
umgeben ist, ist kaum ein Gramm Butt er zu bekom men. Wo
hin geht sie? Über die Berg e, nach der Schweiz. Valuta! Dein
österreichischer Schmuggler lacht sich in die Fäuste; er erhält
den fünffachen Preis von dem, wenn er das Zeug im eigenen
Land verka ufen würde, und noch dazu in Schweizer Geld,
dessen Wert sich vielleicht verdoppelt hat, bis er wieder nach
Hause zurückkehrt. Und dein Schweizer K äufer ist gl eichwie
en tzückt; er zahlt weniger als den halben Preis , den er für
sein eigene s Pr odukt bezahle n müßte. Die armen Einhei mi
schen leiden i nzwis chen, besonders die Kinder; denn der
Nährwert der B utter in der Form von Schmalz ist groß, und
Schmalz benötigt man für alle Hauptgerichte hierzulande. Es
wäre jetzt doppel t vonnöten, nachdem die Leute kein Fleisch
zu kaufen vermögen. Überhaupt, diese Kin der - ein Schatten
scheint über ihnen zu liegen, da sie Z eugen der Not ihrer
Eltern sind. Sie sind blässer als frü her und ernster. Viel zu
viele sind ungenügend bekleidet und beschuht. Ein Engländer
mag zehn Schilling als einen angemessenen Preis für ein Paar
ordentl i che Kinderstiefel halten, aber der Ein heimi sche kann
unmöglich 110.100 Kro nen e r schwingen, eine Summe, für die
er früher hätte ein halb es Dorf kaufen können. Selbst der
Postbote, ein lebhafter Bursche, der zufällig der Enkel unseres
alten Gärtners ist, zeigt sich hier oben jeden M orgen ohne
Schuhe und Strümp fe. Er besitzt keine.
Um weite re Auskünfte zu erhalte n, überfliege ich die Spalten
der Zeit ung mit dem Artike l „Schont die Maulwürfe!" und
entdecke im I nser atenteil das Ang ebot eines Kürschners, in
dem er für jedes Maulwurfsfell, das man ihm bring t, zweihun
dert Kronen anbietet . Das sieht nicht danach aus, daß der
Erlaß der La ndesr egieru ng sehr d rastisch gehandhabt wird.
Derselbe Herr ist bereit, genau tausendmal soviel für das Fell
eines Kiefermarders zu bezahlen, das wä hrend dieser warmen
Jahreszeit wenig genug wert sein kann. Das Tier ist hier her
um äußer st selten. 104