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Full text: Wieder im Walgau (Together)

Wunder. Es war eine von jenen Gelegenheiten, bei denen 
man reichl ich Muße hat, dem Tod ins Auge zu blicken , und 
jetzt möchte ich, jemand hätte von mir eine Fotografie ge­ 
macht - wenn mögl ich eine far bige. Man würde gern ein Bild 
mit den genauen Gesichtstönungen während solcher halben 
Stunde n hab en. Wer also die Absicht hegt, d enselben Ort zu 
überquer en, täte gut daran, meine Fortbewegungsart anzu­ 
nehmen; die aufrechte Haltu ng ist nicht zu empfehlen. Dann 
ade, du liebe Welt! Nicht einen Knopf von einem sieht man 
wieder. Man wird in einen Wirbel gerissen, eine ohrenbetäu­ 
bende Steinlawine und, nachd em man en passan t ein paar 
Körnchen wissenschaftlichen Trostes aus dem Gedanken ge­ 
schöpft hat, daß deine mensc h liche Einmischung den Winkel 
einer G eröl lhalde - wenn auch nur vorü bergehend - ver­ 
änd ert hat, was b estimmt nicht jedermanns Sache ist, am 
Grund e unter einem ansehnlich e n Schuttha ufen lebendigen 
Leibes begraben. 
Am Ostende dieser Elser Schröfen gibt es einen angenehmen 
Weg zwisch en den Felsen hinunter. Er verbindet Marul, v/a 
die Els- und Furklaalpe, mit B ludenz. Was die Felse n s elbst 
b etrifft - dieser reizvolle Gebirgskamm d ürfte von jüngerer 
Entstehung sein. Ich stelle mir vor, er ist das Ergebnis eines 
Bruches, und daß sich der Berg früher in einer leichten Bie­ 
gung gegen die Furkla hin erstreckte. Wann der Abbruch 
erfolgte, kann niem and sagen, aber mir kommt vor, ich weiß, 
wo das abgegange ne M aterial zu f inden ist, falls es jem and 
aufkla uben m öchte. Dieser abgebrochene Berg wurde durch 
das Ga lgentob el hinabbefördert und bildet nun das gewa ltige, 
nach Süden abfallende Dreieck von erhöht em Gr und, der von 
der Fah rstraße von Blud enz nach Nüziders überquert wird. 
Am Ort selbs t ist das Vorhandensein einer deltagleichen 
Strecke natürlich nicht augenscheinlich. St eigt man aber zu 
irgende iner l eichten Anhöhe auf der anderen Seite der III 
empor, so kann man ihre charakteristische Gestalt bemerken 
und ihren Ursprung erraten . Es ist die Folge eines Vorgangs 
ähnlich dem, der das nach Norden abfallende Delta des Sche- 126
	        
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