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Full text: Wieder im Walgau (Together)

Daß seine Übersetzung ins Deutsche so lange auf sich warten 
ließ, kön nte als eine der vie len Besonderheiten in der Werks­ 
geschichte des Norma n Douglas bezei chnet werden. Aus Vor­ 
a rlberger Sicht kommt diese m Mangel je doch ein and erer 
Stellenwert zu als nur der eines Zufalls. Das Buch „Together" 
- „Wieder im Walgau" besitzt in der Literatur unseres Landes 
bishe r nicht se ines gl eichen, als ein Erinnerungsbuch von sehr 
persönlicher Art, verfaßt von einem hier Geborenen und doch 
lange Zeit Ferngebliebenen. Ein solches Album der Vertraut­ 
heiten mit Vora rlberg und seinen Me nschen hat noch nie­ 
mand geschrieben. Norman D ouglas sah das Land als einen 
wiedergefundenen Bes itz, der zu einer neu erka nnten Größe 
in sei nem Leben und Bewußtsein wur de. Di eser Vorgang war 
nur möglich, weil er Vorarlberg so lange vermißt hatte. 
Die deutsche Ausgabe erscheint sechzig Jahre nach der Nie­ 
derschrift des englischen Originals und dreißig Jahre nach 
dem Tod des Verfass ers im Jahr 1952 auf Capr i, s einer ge­ 
liebten Insel , wo er die le tzten Lebensjahre verbracht hatt e. 
Die Jahre des Zweit en Weltkrieges Übersta nd er in sein er 
Väterheimat England, die Jahrzehnte davor hielt er sich in 
Italien oder Südfra nkreic h auf und b efand sich außerdem viel 
auf Reisen . Er war eine ru helose Natur, ein Weltenbummler. 
Der Begriff „Heima t" im Sinn eines umhegten und dau ern­ 
den Besi tzes war ihm längst fremd geworden. Doch wenn er 
zu einem Land ein Nahverhältnis pflegte, so war dies Vorarl­ 
berg. Hier hatte er seine Kindheitsjahre verbracht und lange 
Zei ten während seiner Jugend. 
Er wurde am 8. Dezember 1868 in Thüringen im Walg au ge­ 
bor en. Sein Geburts haus ist der Ansitz Falkenhorst auf leichter 
Anhöhe über dem Tal der III. Wie seine Herkunft, so ist seine 
Entwicklung ungew öhnlich. 
John Douglass, No rmans Großvater väterlicherseits, gehörte 
als 14. Laird of Til qu hillie altem schottischen Adel an. In der 
ersten Hälfte des 19. Jahr hunderts befanden sich viele Groß­ 
grundbesit zer in Schottland und England in ziem lich argen 
f inanzie llen Nöten. Sie versuchten, durch die allseits aufkom­ 
mende Industrie das nötige Geld zum Unterhalt ihrer g roßen 
Güter und zur Bezahlun g der Steuerschulden zu b eschaffen . 9
	        
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