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Full text: Wieder im Walgau (Together)

den schrecklichen vorsintflutlichen Alpträumen bewahrt 
hat, die die Menschen in der am me isten kritischen Zeit ihres 
Lebens bedrängen - vom Alptraum der Hoffnungen, die sich 
nie erfüllen, und von jenem der Qualen, die es kaum wert 
sind, daß man über sie l acht; und von all s einen verderb­ 
lichen und perversen V erwi cklungen. Ja, ja! Die Menschen 
w erden heutzutage im allgem e inen ganz ander s erzogen. Sie 
können sich nicht vorstellen, welch entmutigende Prüfu ng es 
für einig e von uns Buben ge rade in diesem Alter und in dies er 
Umgebung war, wenn man in Verdacht geriet, das Wunder 
des unfruc htba ren Feigenbaumes anzuzweifeln. Man wurde 
sofort in den K arzer gesteckt, isoliert, in eine Art Lepra kolonie 
geschickt, völlig sich selbst überla ssen. Warf man aber seinem 
L ehrer einen Liddell und Scott48 an den Kopf, so wurde man 
wie jeder ande re dafür höchs tens geprügelt. Buben lieben 
nun einmal Geselligkeit; eine derar tige Behandlung ist ihnen 
zuw ider. Es mag ein jeder denken wie er will. Ich für meine 
Pers on bin der Meinung, daß ein erwachsener Mann ein arm­ 
selige r Bursc he wäre, wenn er sich nicht halbwe gs wohl in 
solch einer Le pr akolonie fühlte, wohin ihn diese sanft en 
Ge istera nbeter verbannen könnte n ... 
Der Wald verdichtet sich und wird mehr feierlich, wenn man 
in Richtun g Nen zing talabwärts schreitet. Große Tannen von 
beiden Art en, manch e von Efeu bewachsen, vermischt mit 
Kiefern, deren rosa-silberne Stämme sich bemühen, gleichviel 
Licht zu erhalten und wie Lanz en in den Himmel schießen. 
S onnige Lichtungen und streckenweise Weideland, wo das 
Vieh im F rühling kni etief grast. Ein Unterhol z von Wacholder 
und anderem Strauc h werk, gerade ge nug, um in diese Land­ 
schaft Abwechslu ng zu bringen und dem Auge zu gefalle n - 
niemals zu di cht: lautlos schreitet man auf diesem s maragd­ 
farbenen Moos dah in. 
Ich hatte die Absicht, Rene in einen Teil des Waldes zu füh­ 
ren, der immerzu meine Aufmerksamkeit erregt hatte und den 
ich niemals versäumte zu besuchen, einen Ort voll von ver­ 
kümmerten Zwergkief ern. Und hier woll te ich ihm eine klei ne 
Lektion in Englisch über die Gestalt des Waldbodens erteilen. 
Entwed er die Lutz im Jahre 1625 oder die III im Jahre 1651 - 65
	        
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