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Full text: Wieder im Walgau (Together)

ten Schlafz immer mit ihren hübschen Holzschnitzereien aus 
dem 17. Jahrhundert; in die Kirch e, die geschmackvoll reno­ 
viert wurde und wo die letzten Kriegsmaßnahmen nicht ein­ 
mal die größeren der verzinnten Orge l pfeifen verschonten. 
Schließlich hinunter in die Küch e, die wie die Orgel elektrisch 
betrieben wird. Hier bewirtete sie Rene mit Apfelsaft und 
Käse und sagte, sie hoff e, man werde bald wieder in der Lage 
sein, Gäste aufzunehmen, auch über Nacht, wenn nötig. Im 
Augenblick ginge alles drunter und drüb er, aber schon gar 
alles! 
Hätte man den Prior sehen können, so hätte unser S uchen 
vielleicht zu etwas geführt. Er befand sich in den Berge n. 
Ob er wohl dem frühere n Prior ähnelt? Ich erin nere mich, 
daß der zu uns herab auf Besuch zu kommen pflegte und 
gewöhnlich überredet werden kon nte, zum Mitta g- oder 
Abendessen zu bleiben. Er hatte die Angewohnheit, währe nd 
des E ssens ein schma tzende s Gerä usch von sich zu geben - im 
Deutschen sagt man Schmatze n ein Geräusch, das zu ma­ 
chen uns streng verboten war. Eines Tages ahmte ich den 
P rior, wie er seine Suppe zu sich nahm, gr oßartig nach und 
dachte, was ihm recht sei, wäre auch mir billig. Jedenfalls 
hoffte ich auf etwas App laus. Statt dess en hieß es: „Nur Seine 
Hochw ürden , der Prior, darf dieses Geräusch machen. Wenn 
du ein mal Prior bist, kan nst du es gleicherweise; inzwi schen 
aber versuche, wie jedermann zu essen, wenn du nicht willst , 
daß man dich aus dem Zimmer schickt/ 7 Ein Dämpfer... 
S oviel über Bruhin. Alles, was wir in St. Gerold über ihn erfah ­ 
ren konnten, war, daß er dort von 1865 bis 1868 als Koopera­ 
tor diente und dan ach wahrscheinlich das Kloster verließ. 
Wenn dem so ist, dann muß der Mön ch, an den ich mich dun­ 
kel erinnere, ein anderer gewesen sein, außer Bruhin besuch­ 
te uns nach 1868 von einem anderen Ort aus weit er. Die Bre­ 
genzer B iblioth eken kön nten noch weite re seiner Schriften 
enthalten . Ich werde nach ihnen suchen, wenn wir dahin 
gehen. 
Professor K. W. von Dalia Torre erwähnt ihn in seiner „Zoolo­ 
gisch en Literatur von Tirol und Vorarlberg bis inklusive 88
	        
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