183
von Oestreich (1406) den Gr. Hugo und dessen Sohn Ulrich die Rechle, welche Hans
von Stadeck, dess en Tochter Gr. Ulrich IV. geheirathet, in dem Dorfe Rauchenwart
besessen hat te. Eben so kauft e er den 26. Jan. 1418 einig e zur Burgkapelle in Wien
gehörige Güter und Gülten im Dorfe RauLenwart, belehnte den 10. Mai d. I. den
Konrad Wildungsmaurer mit einige n Gütern in der Herrschaf t Rohrau, eignete auch
Herz. Ernst von Oestreich, dat. Psannenberg den 2. Jan. 1422, die Montfortis chen
dem Lehengüter zu Prui'.n, Vischa, Pinstnig, Wallenstorff, Weickersdo rf, Zw eren-
dorf, Stallhofen, Leiding in der Sleten, welche Herzo g Ernst von Hertlin von
Teuffenbach als Stadeksche Lehen erka uft hatte1). In diesem Jahre war aber auch
Gr. Hugo wiede r in Bregenz, indem er den 27. März 1422 mit seine m Neff en
Hugo, Gr. Konrads Sohn, den Burgfri eden des Schlosses und der Stadt Bregenz
vermarkm ließ und einen Vertra g mit ihm wegen der Erbf olge in den Herrschaften
Breg enz schloß (Wiener Arch.-Urk.). In eben d iesem Jahre stiftete Gr. Hugo mit
seine m da mals noch einzigen Sohne, dem Gr. Stephan, ein Frauenkloster, Domi
nikanerordens, auf dem Hirschber ge bei dem Dorfe Kendelbach, am Flusse Bregenz
(1422)2).
Auf der andern Seite verkaufte Gr. Hugo mehre re nicht unbedeutende Parzel len
seiner Besitzungen in Schwaben. So verkal lste er lind sein Sohn Ulrich im Jahre
1408 an die Gr. von Werdenberg die Herrschaft oder wie sie auch spa ter genannt
wurde, die Grafschaft ‘Sonnenberg. Als Bürgen sind unterschrieben: Gr. Wil helm
von Bre genz und Gr. Rudolf von Montfort-Tettnang. In demselben Jahre (1408)
verkaufte er auch das Schloß Schomburg mit Zugehörden an die Brüder Konrad
und Benz, die Sieber, Burgern zu Lindau um 3170 & Hl. Gr. Hugo starb im
I. 1423.
Dieser Gr. Hugo von Montfort, Herr zu Bregenz und Pfannenberg, gehörte
JU1 den berühmten deutschen Minnesängern. Auf seiner Burg Hohenbregenz, deren
Platz nun das wegen der ausgezeichnet schönen und malerischen Aussicht berühmte
St. Gebhardskirchlein bei Bregenz einnimmt, saß er und dichtete jene schö nen und
gemüthlichen Lieder, welche in dem zu Heidelberg vorhandenen Liederbuch mit sauber
1) Lichnowskp, V. Bd. Reg. Nr. 2057.
2) S. Gülers Nhätia, X. Bd. S. 157 b.
Dieses Kl oster wurde für 34 Nonnen gestiftet, die erste Dn'orin war Elisabeth
Simmler von Pfullendo r f. Da es durch Einschl agen des Blitzes niedcrbrannte, so wurde
es im Jahre 1464 unten am Berge mit Genehmigung Herz og Sigismunds von Tyrol
neu erba ut. Den Grundstein legten der Weihbischof von Konstanz, Gr. Ulrich von Montt
fort und Frau Barbara, Gr. zu Mat sch. S' I. c.