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Full text: Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg

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ausmachte. Da besonders das hohe und eigentliche Rhätien, seit der Eroberung 
durch die Romer, seine Besitzer und Herre n fast immer durch freundliches Ueberein­ 
kommen und Verträge veränderte, so er hielten sich die altrömischen Einrichtungen 
noch lange , bis sie und das nur theilweise, den germanischen Sitten und For- 
nren wich en. Aber auch die romanis che Sprache, die alten Familie n, blieben die­ 
selben, und so kam es, daß wir vom Anfänge des 7ten bis zu Ende des Sten 
Jahrhu nderts eine Familie im Be sitze der bürgerlichen, kirchlichen und militärischen 
Gewalt finden, deren römische Name n: Victor , Jactatus, Vigilius rc. rc. ihren 
Ursprung andeuten. 
Die Haup tlinie d ieser Famil ie er losch zwar wahrscheinlich mit Victor HL, 
welchen der Bischof Tello in seinem Testamente vom Jahr 766 seinen Neff en 
nennt. Aber selbst hier finden sich noch zwei Bruders- Oder Schwestertöchtern 
aufgeführt, deren weiter e Schicksale uns unbekannt sind; eben so ist Plazidtt s, 
den Vi ctor I. im Jahr 632 todt en ließ, ein Blut s verwandte r des letztern (Sanguine 
junetus). Es gab also daz umal schon Seitenlinien des herr sc henden Stammes, so 
wie wohl auch Nachkommen von weiblicher Se ite. Zu di esen zählen Spre cher und 
Gut er, so wie noch an dere Geschichtschreiber Rhätiens, die nachmaligen Grafen 
von Montfort, die, beachtet man das Wappen, wohl die Pa nnerher rn (Signi feri) 
der alten Rhätischen Heerführer, ihrer Stammverwandten sein konnten. Nach einem 
unserer neuesten Schriftsteller ers cheinen. „Die Montsorte an der Spitze des rhäti ­ 
schen Adels bei dem kaiserlich freien, über die Karolinger hinaufreichenden Land­ 
gerichte zu Musinen, bei Rankwil, als Rich ter und Beisitzer rc. rc. p daher sie der 
ältere Sprecher „judices provinciales etc.“ erbli che kaiserl. Landrichter, in ihren 
Verrichtungen mit den Pfalzgrafen nahe verwandt, nanntel). Bei dem Abgänge 
an bestimmten Urkunden, über diese Angaben, wolle n wir nur auf das uns 
stütze n, was die, wenn schon dürftigen Chronik en und Urkun den d ieser Zeiten, als' 
bestimmte Thats achen, enthalten. Nach diesen finden vnr zu den Zeiten Carls des 
Großen einen Hunfried, als Herrn von Istrien, und Graf en von Chur-Rhätien 
aufgeführt, nachdem auch hier Kaiser Carl die Würde eines Herzog (Dux Rhäliae) 
aufgehob e n, und das Land in 2 Gauen , nämlich Chur-Rhätien (dem heutigen 
Graubünden) und Chur-Wallgau (das Land zwis chen dem Languart bis an die 
allem anischen Gauen des Rheingaus und des Nibel- und Argengaus) oder der 
spätern Grafschaften Feldkirch und Werdenberg abgetheilt zu haben scheint, wie dann 
schon im Jahr 835 Hunf rieds Sohn Adel bert Chur-Rhätien, ein Rupe rt aber 
’) S. der östr eichis che Geschichtsforscher, he rausgege ben von Chelm I. Bd. 11. Heft 
Wien 1838 Nro. VII. ad diplom. mitgetheilt von Bergmann, Archivar und Elistos der 
Ambraser Sammlun g in Wien
	        
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