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Waren eö Vie Drohungen, welche sich Gr. Rudolf erlaubte, oder schritt er
selbst zu Fe indselig keiten, als Herzog Friedrich auf sein Begehren einzugkhen sich
weigerte, der Handel kam so weit, daß der Banner von Feldkirch (10. Aug. 1404)
mit den östrei ch. Söldnern und dem Gr. Wilhe lm von Montfort zu Brege nz vor
Werdenberg zogen, die Stadt und Burg einnahmen und den Gr. Rudolf von Land
und Leut en verjagten. Werdenberg er hielt Gr. Wilhe lm von Montfort, der Sohn
des Gr. Heinrich von Montfort-Tettnang, im Namen seines Vaters, entweder
weil Herzog Friedrich das Gehässige dieser That nicht auf sich alle in nehmen, oder
weil wirklich die Montforte durch geleistete Geldvorschüsse auf dieses letzte Eigenthum
der Werdenberger Ansprüche hatten, wenigstens behaupteten sie, die Grafschaft
Werdenberg sei ihnen von den Gra fen Rudolf und Hugo verpfändet *). So bl ieben
den beiden Brüdern von allem, was ste früher besessen, nur noch deö Hugos Be
sitzungen in Graubündten und die Feste Wartau, und auch diese war auf Wiederlö
sung um 2000 & Hl. an den Her zog Leopold, laut Urkun de vom 3. 9Zoy. 1402
zu Gräz, verpfändet. Rudolf, auf das höchste erbittert, dachte nur an Rache.
Bei dem Adel und den Städten kon nte er keine Hülfe erwar ten, welche, sei es aus
Furcht oder and ern Ursachen, sich größtentheils an die Herzoge von Oestreich ange
schlossen hatte n. Da floh Gr. Rudolf, von allen verlassen, zu den Appenzellern^),
verzi chtet en sie zu Rav ensburg den 12. Janu ar 1403. — Zellweger 1. c. 1. Th. S. 313.
— Tschudi, I. Bd. S. 592. — Ueber diese Ereignisse herr scht immer noch ein Dunkel,
da die sich hierauf bezi ehenden Urkunden fehl en und nur die Thatsachen sprechen. So
viel iss ge wiß, daß die Graf en von Werdenberg sich, besonders von dem Herzog Fried rich
von Oestreich, sehr bee inträchtig t hielten und deßhalb bit tere Klag en erhob en. Daß diese
Klagen nicht ganz unb egründe t wa ren, geht aus der Theiln ahme her vor, welche Gr. Ru,
dolf sand, sowie daß der ganze Adel der Ge gend den Herzog Friedrich, als er von dem
Kaiser Sigismund (1 415) gea chtet wurde, verließ und eine wirklich feindselige Sti mmung
gegen ihn zeigte.
*) Eine Urkunde bei Lichnowsky, IV. Bd. Reg. Z. 639 b. S. XIX. stellt di esen Han
del in einem an dern Lichte dar. Herzog Friedrich von Oestreich beurkundet näm lich den
22. Aug ust 1404 zu Schaffhausen, daß er die von ihm ero berte Stadt und Feste Werden
berg, welche dem Gr. Wilhe lm, Heinrichs Sohn von Montfort, von den Brüdern Hugo und
Rudolf um 10400 & Hl. verpfände t , gegen Erlegu ng der Pfandsumme den letzteren wie
der zurückgeben wolle, womit sich diese am nämlichen Tage einverstanden erklärten. Als
Ursache des Angriffes auf Werdenberg gibt Herz og Friedrich an: „an unserm gewertigen
Gever t zu unsern Landen von Gr. Wilh elm von Montfo rt, Gr. Hainr ich von Mo ntfort,
von Tettna ng Sun, ein Smäh und Unzu cht geschehen ist auf dem Gesloß von Werdenber g ,
darumb wir daffelb Gesloß zu unsern Handen gewunnen und genommen haben. " Die
Fehde galt demnac h dem Gr. Wilhelm von Mont fort-T ettna ng, als Pfandinhaber von
Werdenberg, und nicht den Graf en von Werdenberg.
2) Die Bewohner von Appenzell, ein rauhes Gebi rgsland, wo meistens Hirt en und Sen
nen hausten, waren Unterthanen des Klosters St. G allen. Eif ersüchtig auf ihre alther ge- alther ge-