Skip to main content

Full text: Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg

46 
Verwandten, vie ihn in seinem Unglücke nicht verließen . Gegen 900 der letztern 
aus dem benachbarten Adel, den Dienstmannen ves Klosters versammelten stch um 
ihn, mit welchen er die wohlbefestigte Stadt Wyl besetzt e, von wo ans er ver­ 
he erend und plündernd, die Besitzu ngen seines Gegners Übersiel, das kaijerl. Eigen­ 
thum nicht schont e, und sel bst das often *. Städtchen Schwarzenbach erob erte und 
niederbrannte. In Wyl belagert, vor welches selbst des Kaisers gleichnamiger Sohn 
Rudolf gezoge n war, schl ug er die wieder holte n Stürme ab. Müde der Verheerungen, 
die diese Länder erlitten, forderten die fri edlich Gesinnten, so wie des Abts Freunde 
denselben auf, sich dem Kaiser zu unterwerfen. Dieser zeigte sich hiezu geneigt, 
re iste noch im Jahr 1287, nachdem er seine n Verwandten, den alten Markgrafen 
Heinrich von Burga u in Albe gg besucht hatte, in des Kaisers Heerlager bei Herwart­ 
stein, einem Helfenstein ksc h en Schlosse, woselbst er dem Kaiser vorgestellr wurde . Man 
unterhandelte und suchte eine völl ige Aus söhnung und Vergle ich zu be wirken l), aber 
die weitern Unterhand lungen z ersc hlugen sich, als der Kaiser auf Anstisten des 
UntervogtS Ulrich von Rams chwag, noch das Schloß Jberg verlangte. 
l) Für den Abt Wilhe lm verwendeten sich die bei dem Kai ser vielvernlogende Burg, 
grafen Friedr ich von Nürnberg, der Graf von Oettmgen und Heinrich von Klingenber g, 
- welchen sich endlich auch der junge Herz og Rudolf, des Kaisers Sohn anschloß, durch 
dies en erhielten sie endlich, „daß der Brand von Schwarzenbach vergeben wurde , nicht 
aber der Tod der Leute, welch e hie bei das Leben ver loren hatten," Urk. Oct. 1287 in 
fas tis Rud olph p. 139. Der Empfang des Abts Wilhelms war nicht gnädig, er mußte 
von dem Kai ser die har ten Worte hören: „Är haut dem Rich u uns das größte Laster 
getan, das im je beschah, seit ich König war." Der Abt fiel vor dem Kaiser auf ein 
Knie nieder, und sprach: „Herr darum bin ich hier, was ich geth an hab, daz ich das 
bessern will, ünz (bis) an üwer Gnad." 
Abt Wilhe lm reiste unausgesöhnt vom Kaiser weg. Die Erbitterung war 
größer als zuvor. Der Kaiser ernannte den Co nrad von Gundels ingen, Ad mini­ 
strator zu Kem pten, zum Abte in St. Gallen, und zog se lbst dahin, uni di esen in 
den Besitz der Abtei zu se tzen. Abt Wilhe lm rü stete sich zur Gegenwehr, be fest igle 
und bes etzte besonder s die Hauptvesten Jberg, Klanr und Alt-Toggenburg. In 
diese letztere für unüberwindlich gehaltene Burg warf er sich, der Uebermacht wei­ 
chend , nachdem er stch in Wyl in dem flach en Lande nicht mehr halten konnte. Hier 
fand er treue Vurgleute, unter dies en zwei Landleute, Bodme r und Wagenbuch, 
diese gaben ihm die Versicherung: „Herr, sitzen d, wo Jr wellend, so wand wir beio 
üch spisen, und Nkinmen zu üch, wer üch geliebt, so wellend wir üch gnug Brod, 
Wie, Fleisch und Mulchk en gnug schaffen/' Sie hielte n auch ihr Wort, erhielt en 
nicht nur ihren Herrn und sein Gefo lge länger e Zeit, sondern sammelten noch be­ 
deut ende Vorräthe. Tschuvi T. I. p. 197. — Wilhelms Brüder-, Fried rich Bischof Bischof
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.