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Full text: Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg

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so schwankte die Schaale, bis die Erwählung des Grafen Adolf von Nassau zum 
deutschen Kaiser (1292) für ren letztern entschied. Kais er Adolf erka nnte selbst nach 
sei ner Erwählung in dem Herzog Albrecht sein en ersten und gefährlichsten Feind. 
Natürlich sc hloß er sich daher an dessen, und seines Hauses alten Gegner, gerne 
an, so wie auch diese sich gerne mit dem Kaiser ver banden. Daher war Abt Wil­ 
helm der natürliche Anhänger und Bundesgenosse des Kaiser s Adolfs , so wie 
letzterer des erstem gnädigs ter Kaiser und thätiger Gönner. Kais er Adolf zog daher 
auch die Schirmvogtei des Klosters St. Gallen, welch e die Habsburger vom Abt 
Ulrich erh alten hatten, zu des Neichs- oder vielmehr sein en Handen, versprach dem 
Abte 500 Mark Silbe r als Entschädigung für den Schaden, welchen Kaiser Ru­ 
dolf dem Kloster zugefügt hatt e, und überließ im I. 1295 dem Abt Wilhelm, als 
Unterpfand für 1000 Mark Silb er die Schirmvo gtei selbst *)• Aber auch Herzo g 
'Albrecht von Oestreich, als er sel bst nach der Kaiserkron e streb te, hielt den Abt 
Wilhelm von solche m Ansehen und Gewicht, daß er sich mit demselben auszusöhnen 
und seine Freundschaft zu erhalten suchte. Er lud ihn daher nach Wien ein, und 
versprach ihm Schadeners atz für alles , was das Kloster unter seinem Vater erli tten 
habe. Wil helm ging nach Wien (1295), allein die Unt erhandlungen hatten keinen 
weitern E rfolg, als daß man dieselbe weiter anssetzte. Später erf olgte der. öffent­ 
liche Bruch zwischen den beiden Nebenbuhlern, dem wirklichen Kais er Ad olf, und 
dem von einig en Fürsten zum Kais er neugewählten Herzog Albrecht. 'Abt Wilhe lm 
war keinen Augenblick unentschlossen. Er entschied sich für den Kais er Adolf gegen 
Al brecht, und zwar auf seine gewohnt e tha tkräftige Weise, indem er allein von allen 
geistlichen Für sten dem Kaiser Adolf 20 Ritter mit einer zahlreichen Mannschaft 
zu Hilfe schickte, und als der verhängnißvolle Augenblick, der in off ener Felds chlacht 
das Schicksal des deutschen Reichs, so wie der Leiden Kronbewerber ents che iden 
soll te, herbeigekommen zu sein schie n, da zog Abt Wilhe lm perffnlich an der Sp itze 
eines ansehnlichen und wohlbewaffneten Reiterhaufens seinem Gön ner und Freunde, 
dem Kais er Adolf , zu Hilfe. In der Entscheidungsschlacht bei Gelnhe im in der 
’) Eben so machte Kai ser Adolf den Abt Wilhe lm zu seine m Rathe. Abt Wilhe lm 
erwarb auch für das Kloster, die Feste Falken stein im Aargau, so wie die Burg Alt­ 
stet ten im Rhei ngau. 
Nähe von Wornts (2. Juli 1298) focht Abt Wilhelm mit seine m Haufen, dem ein 
Edler von Frauenberg das Banner von St. Gallen vortrug, so tapfer, daß, als 
ihre Pfer de getödtet waren, sie den Kampf zu Fuß fortsetzten, und dann erst stch 
zurückzogen, als Wil helm sich selb st von dem Tode des Kaisers Adolfs überzeugt 
hatte, und die übr igen Verbündeten geflohen waren . Auf dem Rückzüge wurde 
Abt Wil helm mit seinen R ittern von den Wormsern, welch e bisher Freunde und
	        
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