213
versitäts st udien w ählte er die Hochschule von Graz, wohin er sich mit
s einen Brüdern Dionysi us und Aloysius im O ktober 1647 begab, stu
dierte hier 16 47/48 die Logik, 1648/ 49 die Physik , 1 649/50 die Meta
physik. Nach Vollendung der Philoso phie erbat er sich die Aufnahm e
in die Gese llsc haft Jesu und trat am 10. F ebruar 1651 in das Noviziat
zu Landsberg. Die theologischen Studien vollendete er als Je suit in
einem vierjährigen Kurse zu Ingolstadt (1657—1661).
5. Studierende aus reli giösen Orde n.
Klosterschulen.
Außer Landes erhielten auch jene Söhne Vor a rlbergs ihre weitere
Ausbildung, welche sich religiösen Genossenschaften anschlossen. Ihre
Zahl ist nicht unbeträchtlich. Währ end die j ungen Ordensleute ur
sprünglich in ihren Klosterschulen die ges amte geistige Ausbildun g
erhielten, hörten sie bei dem A ufblühen der Universitäten die Vor
lesungen über Theol ogie vielfach an den Universitäte n. „Auch die
Benedi ktiner, die Cist erzi enser, die Augustiner-Chorherren, die Domini
kaner und Franziskaner sandten strebsame Mitglieder ihrer Orden zu
weiteren Stu dien an die Hochschulen, wo sie wohl auch für sie be
sondere Kollegien gründeten. . . . Ihre Klö ster in den U niver sitäts
städten wurden dann leicht besondere Mittelpunkt e gelehrter Tätigkeit
im großen Zusammenhänge der Hochschulen“ ’)• A ndere, welche eigene
Häuser in den Universitätsstädten besaßen, li eßen ihre jungen Ordens
leute die Vorlesungen bei den Ordenslehrern hören, aber an den ö ffent
lichen Disputationen und Akten der Univer sität te i lnehmenl) 2. So weit
sich in der Matrikel Anga ben über Orden und Klöste r finden, sehen
wir, daß alle Orden an der Univers i tät vertreten ware n. Jeden falls
läßt die Anzahl der vor der Reformation in Leipzig studierenden
Klosterbrüder ke inen ungünstigen Schl uß auf die wissenschaftlichen
Stu dien der mitt eldeutsc hen Klöste r zu3). In Dillingen wohnten die
Studieren den der verschiedenen religiösen Orden mit wenigen Aus
nahme n im Konvikt und gehörten sowohl der Akademie wie dem
Gymnasium an. Im Jahre 1607 befanden sich im Konvikt unter den
250 Konv iktoren 107 Ordensangehörige aus 40 Klös tern, darunter
zwei Dominikaner aus Wien. Das war noch nicht die höchste Zahl.
1609 lebte n darin 130 Religiös en aus 46 Klö stern, 1612: 157 aus
41 Klöste rn 4). Um diese Zeit wurden sie nach Ableg ung der Profeß
l) Käm mel, Geschichte d. deutsch. Unterrichtswesens, ร. 148 f.
2) Vgl. G. Kaufmann , Die Geschichte der deutsch. Un ivers. II. Bd., ร. 214 ff.
8) Erler a. a. 0. I p. XL11I.
*) Specht, Geschichte der Universität Dillingen, ร. 414 f.