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Full text: Vorarlberger an in- und ausländischen Hochschulen : vom Ausgange des XIII. bis zur Mitte des XVII. Jahrhunderts

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Feldk irch, Br egenz und Bludenz bereits früh die sog. Lateinschulen 
gebildet. In Feldkirch läßt sie sich urkundlich bis 1416 hinab ver­ 
fol gen. Wie wir ทนท aus den Tatsac hen schl ießen müssen, legte n die 
Feldkir cher Wert darauf, einen akadem isch gebildeten Mann an die 
Spitz e ihrer Schule zu stellen. 
1. Den bereits öfters genannten Hieronymus Münzer, der wie 
oben (VI) gezeigt wurde , von 1472 bis 1474 Professo r in Leipzig war, 
finden wir 1475 als Lateinlehrer in Feldkirch (nach den Notizen und 
Randg los sen Münzers zu seiner Juvenalausgabe), ร. „Stimmen“ ร. 151. 
2. Ulric h Bernh ard, der zu Beginn des Jahres 1484 an der 
Baseler Universität sich die M ag isterwürde erworben und dann noch 
die Hochschule zu Tü bingen bezog (Tüb. 12), ging 1497 einen Ver­ 
trag ein mit dem Feldkircher Stadtmagistrat über die Lehrstelle an der 
Feldkircher Lateinschule. Die Anstellungsurkunde e rliegt noch im 
Stadtarch iv. 
3. Johannes Vett er war latein ischer Sch ulmeis ter in Feldkirch 
von 1525 bis 1530, auch Bürger von Feldkirch und Notarius publicus. 
Im Jahre 1515 war er in die M atrikel zu E rfurt eingetr agen (ร. Er­ 
furt 33). 
4. Johannes Theophil Vogelsang hatte die Univer sität von 
Ingolstadt besucht, wo er am 14. Sep tember 1548 inskribiert wurde 
(Ingolst. 27). Nach der Priesterweihe wurde er als Leiter der Latein­ 
schule zu Feldkirch angeno mmen und erhielt später das Benefizium 
บ. L. Frau in der Pfarrkirche. 
5. Hieronymus Scherrich aus Biberach , der 1590 in Dillingen 
studierte, wurde 1592 lateinischer Schulmeister (Feldk. Stadtra.- Proto k,). 
6. Magister Heinrich Vigelius (Vigel, Fickel) aus Ellwangen, 
1576 zu Dilling en immatrikuliert, bekam 1593 vom Feldk ircher Stadt­ 
magistrat das Amt eines lateinischen Schulmeisters (Stad tarchiv) . 
Diese Beispiele mögen vorläufig genü gen. Ausführlich e r soll über 
die Lateinschulen Vorarlbergs an einem anderen Orte geha ndelt werde n. 
XII. Die ärmeren Bü rgersöhn e waren, wie schon bemerkt wurde, 
von der Wohltat des Hochschulunterrichtes nicht ausgeschlossen. Nur 
ein Beispie l ะ Der bekannte Geograph und Arzt Dr. Hieronymus Münze r 
erzählt von sich selbst1): „Ludwig Mü ntzer min bruder und Ich d octor 
Jeronimus Müntzer habend von juged auff unß in unser armut pey *111 
1) Dr. From mann im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit Bd. 26 
(187 9) ร. 357 ff. ะ Eintragung Münzers in sein Merkb uch auf der Rückseite des 
111. Blat tes. Vgl. p. Jos. Fische r ร. J., Dr. Hieronymus M ünzer und die Feld­ 
kircher St. Nik olaus -Biblioth ek , ร. 25 f.
	        
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