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Full text : Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau

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Als aber der Vogt von Bregen z, For tunat von Wolke nstein -Rodenegg,
 als erzherzoglicher Ko mmissar das Gericht Dornbir n dem Grafen
Karl Friedrich von Hohene ms öff entlich einant worten wollte, verweigert
 en die versammelten Dornbirner dem Grafen von Ems Huldigung
und Gehorsam . Es kam zu stür mis chen Auseinandersetzungen; die
Dornbirner erklärten, lie ber schweizerisch und schwe disc h, lie ber tot
als emsisch we rden zu woll en. Sie wollten österreichisch bleiben, leben
und sterben.1)

Von den Vorarlberger Landständen kräftig unterstützt, setzten
die in ihrer Unabhängigkeit bedrohten freien Dornbirner alle Hebel in
Bewegung , um den leidig en Kauf rückgängig zu mach en und schickten
zu dies em Zwe cke eine eigene Abordnung nach Innsbruck.

In ihren Eingaben an die Regier ung 2) ber iefen sie sich natürlich
vor allem auf die der He rrschaft Feldkirch verlieh enen Unte i lbarkeits ­
privilegien von 1378 und 1436, sowie auf ander e ihnen von Österreich
immer wieder bestäti gte Freih eit en. Eindringlich malen sie die Folge ­
wirkungen einer dauernden Überlassung Dornb irns unter den verein ­
barte n Bedingungen an die Emser aus. Es lohnt sich, ihren gewichtigen
Argumentationen und deren Kommentierung durch die Innsbr ucker
Regierungsräte3) etwas ausführlicher zu fol gen.

Die starke Abneig ung der Dornbirner gegen die ems ische Herrschaft
 erklärt sich zum Teil aus den Grenzstreitigkeiten der un mittelbar
vorangegangenen Jahre zwi schen ihnen und dem überm üti gen Gr afen.
So hatte sich Karl Fried rich z. B. angemaßt, österreichische Untertanen
 auf österreichischem Territorium wegen Holzsc hlags zu bestrafe n
und kurz vorher einen österr. Dornbirner auf erzherzoglichem Gebiet
wegen eines Jagdhundes tot prü geln lass en. Solche und ähnlic he
Dinge mußten natürlich die Dornbirner aufs schwerste reizen und
verbittern. Das ging so weit, daß sie im Notfall lieber von ihrer Scholle
lass en und sich in ander e He rrschaften und Gerichte begeben wollten,

1) Leop. Litt. D. Nr. 62. „Bericht, wasmassen die dorenbeirische Im mission
 abgeloffen”. Vergl. Hirn, Eine Episode aus Dornbirns alten Tagen, Beilage
 zum Landboten v. Vbg. Nr. 15, 1894.

2) Unvorgreifliche Rationes und Moti va der arlbergischen Landständt
wegen Veralienierung des Ge richts Dornbirn. Leop. Litt. D. C. Nr. 62, Bei lage H.,
T. St. A.

s) Kurze Bedenken wegen des Gerichtes Dornbüren. Leop. ebenda.
            
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