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von Lustenau und Dornbirn. „Aus Liebe und Treue für ihren natü rliche
n Landesherrn” hatten die ho henemsischen Unter tanen zu Ems,
Lustenau, Widnau und Haslach Bürgschaft übernommen. Dafür
wurden sie vorn Grafen auf die genannten Einkünfte verwiesen . 1) Die
Grafschaft Hohenems scheint aus den Schulden gar nicht mehr herausgeko
mmen zu sein. Im Staatsarchiv in Wien lie gen noch eine Menge
Akten über dieses ho henems ische „Debitwesen ”.2) ___
Die mißlichen Verhä l tnisse in ihrer angestammten He imat waren
nicht darnach ang etan, einen dauernden Aufenthalt in Hohene ms
angenehm zu gestalten. So lösten sich die Grafen von Hohene ms immer
mehr von ihrem Mutterboden, auf dem ihr Haus in zähem R ingen groß
und stark geworden war, und verl egten ihr Schwer gewicht fast ganz
ins ferne Böhmen und nach Inner Österreich. Bistr au schenkten sie mehr
Aufmerksamkeit als Hohenems .
Ein Blick auf die Kartenskizze des gräflich-hohenemsischen genea
logischen Lebensraumes zeigt die Verlagerung von Westen nach Osten
ganz deut lich (Vergl. dazu beigegebene Skiz ze!).
Das re ich sgräf liche Haus Hohenems hat den Widerstand gegen
Österreich in der einst hart umstrittenen Heimat, des ewigen Kampfes
müde, aufgeg eben , um sein en Leb ensaben d noch ganz in österr. Kriegsund
Hofdienst zu verbr i ngen. Durch den Einfluß von Liechtenstein
erlangte Graf Jakob Hanni bal, des Regierens überdrüssig geworden ,
unschwe r Zutritt am kaise rliche n Hof. Nachdem er auch noch Bi strau
1720 an seinen Sohn Franz Rudolf ab getreten hatte, wurde er Kammerherr
der Kais erin- Witwe Eleonora und nach deren Tode (ges t. 1720)
geheimer Rat und Obersthofmeister bei der Erzherzogi n M. Mag dalena,
einer Schwester Kais er Karls VI. Er starb 1730 in Wien. 3)
Sein Sohn Franz Rud olf gew ann dem alternde n hohenemsischen
Hause als kaiserlicher Feldmarschall und General der Kavallerie noch
einen letzten Schimmer des einstigen Kriegs ruhms zur ück. In der
Krieg sschule des große n Prinz Eugen aufgewachsen, half er nach dem
Aussterben des habsburgischen Mannsstammes der ju gend lichen Erbin
das Habsburgerreich gegen die beutelustigen Nachbarn redlich und
i) Hof W. H. 8. 121 f., Ur kunden und Akten Nr. 164.
2) Reichshofrat, Judizial-Akten ad Nr. 14 0--142, denegata recensiora.
3) Bergmann, Reichsgrafen , S. 70.