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ihren Rechtsanwalt Negelin von Blumenfeld ließ sie vor
dem kais. Reic hsh ofrat gegen Österreich einen Prozeß anstrengen, um
im Wege des Rechtes die volle Landeshoheit über den Reichshof Lustenau
wieder zurückzugewinnen.
Um zum Ziele zu gelange n, mußte sie den Bewei s zu erbringen
trachten, daß der Reichshof Lustena u keines wegs zum Ko mplex der
Grafschaft Hohenems geh öre, sondern von jeher ein eigenes, abgesondertes,
fr eies Reichsallod gewes en sei, über das ihr info lgedes sen immer
noch die volle und uneingeschränkte Territorialhoheit zustehe.
Ihr bestell ter Anwalt, Franz Josef Maria Negelin von Blumenfeld,
Agent beim Reichshofrat, l eitete diesen Prozeß durch eine Anlaßschrift
am 15. Oktober 1766 ein. In immer neuen Vorstellungen1) leit ete er
die Beschwerden der gräflichen Beamten über die vom Oberamt Bregenz
in der Grafschaft Hohenem s und besonde rs im Reichshof Lustena u
unternommenen „Eingriff e und Turba t ionen” an den kaise rl. Hof,
um deren Eins tel lung zu erlangen. Diese ersten Majestätsgesuche
sche inen aber der kais. Mt. gar nicht zu Gesic ht gekom men zu sein, —•
sie bl ieben einfach unberücksichtigt li egen. Österreich wollte sich auf
dem nun einmal eingeschlagenen Wege nicht so bald irre machen
las sen: die erste Beschwerdeschrift war kaum ein gebrach t, als die
alle rh. Entschließung vom 6. Dezember 1766 die Ausdehnung der
österr. Landeshoheit auch über Lustenau verfügte und die Entgegennahme
der Landeshuldigung gebot.
Als dann ungeachtet der gräflichen Besc hwer den und Protestschriften
der Reichshof Lustenau durch die Entgegennahme der Landeshul
digung von Österreich in Besi tz genom men wur de, mochte der Gr äfin
vorläufig der Mut entsunken sein, gegen einen solchen allmächtigen
Gegner anzu kämp fen. Dem Gewaltdruck nachgebend, ließ sie das
Unverme i dliche über sich ergehen6 und unterschrieb die von ihr gefo rderte
Ratification (Ver gl. oben 8. 168).
Sie verschob die ungleiche Auseinandersetzung mit Österreich auf
gelegenere Zei ten, — bis sie in ihrem Schwiegersohn und desse n einflußreichen
Reichsgrafenhaus Truchseß-Waldburg-Zeil für das Erbe
ihrer einzig en Tochter einen tätigeren Helfer und Verfechter ihrer
Interessen fand, als es ihr böhmischer Gem ahl Graf Franz Xaver von
1) Vom 22. Jänner , 13. Feber, 21. März u. 2. April 1767.