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Full text : Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau

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Fläc he, in dem Untersagen fr eier. beliebiger Nutzung auf einem Teile
der Dorfmarkung.

Mit dem Bannrecht ist regelmäßig die Befugnis verbunden, den
Bann zu lösen oder wiede r aufzutu n, die gebannten Plätze wieder der
allgemeinen Nutzung, der sie vor dem Bann unterlagen, zurückzugeben
 (Er nst 8. 37). Dieses Bann en hängt aufs engste mit dem alten
Wirt sc haft sbetrieb der ländlichen Gemeinden zusammen, die in der
Gemen gelag e der Äcker und in der Verbindung von Ackerbau und
Weidebetrieb geg eben war.

Zwing und Bann bedeutet also eine bestimmte Ge walt, eine Macht ­
vollkommenheit über eine Raumfläche, kann aber auch diese Raumfläche
 s elbst bezeichnen, also den Raum der Dorfmarkung, der durch
die Zwing- und Banngewalt an das Dorf geknüpft ist, die Fläche, die
der Zwing- und Banngewalt dies es Dor fes unterliegt.1)

Wenn wir zunächst diese von Ernst gewonnenen Erkenntnis se auf
unseren Lustenauer Fall anwende n wollen, müsse n wir die Verpfändungsurkunde
 des Hofes Lustenau von 1395 zur Grundlage nehmen.
Die Grafen von Werdenberg-Rheinegg verp fänden an Rit ter Ul rich II.
von Ems um die 3500 Pfund Heller außer der Feste Zwinge nstein mit
Leuten und Gut und aller Zugehörde ausdrücklich: „den Hof zu
Lustnau mit Leuten und Gut, Steuern, Diensten, Einkünften und
Zins en, es seien Hofzinse oder ander e Zinse, mit Gerichten, Zwing en
und Bänn en und namentl ich mit den Leuten und Zinsen zu Widnau,
die dazu und dar ein gehör en, und mit dem Kir chen satz zu Lustnau
mit große n und kl einen Zehnten —■ überhaupt mit aller Zugehörde und,
was Leute und Gut jenseits und diesseits des Rheins zu demselben
Kirc hensatz und zu dem Hof Lustn au gehört”.

In dem „Hof zu Lustnau” der Verpfändungsurkunde haben wir
unzweifelhaft un seren schon in der Gr undbes itzausst attung einzigartigen
 Maierhof -— den Herrenhof als Träg er aller Herrschaftsrechte
über das ganze weite Hofgebiet zu Lustenau zu beid en Se iten des Rheines
vor uns: Ge m eindegebiet und Ho fgebiet erscheinen du rchaus als identisch
 — die Gemein degen osse n unterstehen der Zwing- und Banngewalt
des Herrenhofes, die ganze Gemein de mit ihren Ins assen erscheint als
Zube hör des Hofes . Sie wird geradezu später als „Hofgm eind ” bezeichnet,
 die Gemeind eg enos sen als Hofleut.

1) Ernst, Grund eigentum, S. 34.
            
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