191
Mit der Ge walt über die ganze Hofmarkung steht auch in Lustenau
der Herrschaft die Befug nis zu, die Errichtung von gewerblichen Bet
rieben zu erlauben und zu verbieten, ihnen eine Monopolstellung zu
siche rn und dar aus Nutzen zu ziehen.1)
Die Einheit dieser voll kom menen Dorfherrschaft ist durch keine n
auswärtigen Grundherrn ges tört. Die Urbare im Hohene mser Arc hiv
reden eine ganz eindeutige Sprache. Eine Umbildung von Stre ulage
zu einer lokal gesc hloss enen „Bann grun dh errli chk eit”, wie Seeliger
annim mt (Staat und Grun dhe r rschaft S. 29), kann nach all diesen
Zeugniss en und Argumenten nicht mehr in Frage kom men.
Wir können das herr schaf tl iche Allod, das Eigengut, das die
Kernstücke des Dor fes um den Maierhof mit seine r Zwing - und Banngewa
lt über eine so ausge dehnt e Markungsfläche umfaßt, nicht mehr
als blo ßen „Streubesi tz ” ansehen.
Das Lustenauer Krong ut besteht also keines wegs aus
Streubesitz: zum Königsho f von Lustenau gehör te ein umfangreicher,
geschlossener Domänenbezirk, eine in wirtschaftlicher Hinsicht
selbständi g e und gegen die Nachbarhöfe und Gemeinden wohl
abge gre nzte Mark. Der Lustenauer Fiscalbezirk bildete einen eigenen
Gerichts- und Pfarrsprengel. Die von Dopsch bezüglich des Krongutes
aufg estell ten Behauptungen treffen für das Kron gut in Lustenau in
keiner Weise zu. Der von Dopsc h so entschieden abgele hnte
Satz Inamas (Vgl. oben S. 18 0f.) besteh t für Lustenau vielmehr
vollkommen zu Recht.
Nun kommt es lediglich noch auf die Feststellung des Verhält
nis ses dieses Gerichtssprengels zur Grafschaftsverwaltung an, um die
verfassungsrechtliche Stellung des Reic h shofes Lustenau klarzustellen.
Dopsch bestreitet, wie berei ts anf angs erwähnt, ein völlige s Ausscheiden
des Krong utes aus dem Grafschaftsverbande, wie es Schröder,
Lamprecht, Inama und ander e behaupteten (Vgl. oben S. 181).
1) „Item die Holz mühlin zinst jährlich vom Was serfall ... 15 ^^
Gribels Mühlin zinset jährlich auch von der Wass erlaytin . 8 FH
Claus Hohle nst ein zinst ab der neuerbaut en Rheinmühlin laut
gegebenen Re vers anno 1604 vom Wasserfall Kernen I Malter,
tuet 8 Viertel,
hat für die Bewilligung bezah lt ......................................... 200 fL
Das Würtshaus auf Brugg er wiesen zinst .....................................19 fl.
Urbar von 1613 A. H.