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Full text : Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau

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Setzen wir einmal ruhig den Fall, diese Ausdrücke wü rden nicht
als hi nreichend angen ommen oder empfunden! Dann blieb e immer
noch die Frage offen, wohin die Hoheitsrechte zuständig gebli eben sein
mochten. Es müßte zu erweisen sein, daß die hohe Gerichtsbarkeit über
den Hof Lustenau entweder zur Grafschaft Mon tfort-Feld kirch oder
zur werdenbergischen R e ichsvogtei Rheintal gehört hätte .

Denn den Herre n von Ems stand die hohe Gerichtsbarkeit über
den Reichshof Lustenau nicht kraft kai serlich er Belehnung zu, die ihnen
den Bl utbann aus drückl ich nur für Ems und Dornbir n verlie h: sie mußte
ihnen kraft des Besitztitels, den die Verpfändungs- bezw. die Kaufurkunde
 über Lustenau zugestand, zustehen. Gesetzten Falles also,
dieser Besitztitel hätte zur hohen Gerichtsbarkeit nicht ausge re icht, so
müß ten doch Ko mpet enzen and erer Mächte nachzuweisen sein.

Die Grafsch aft Mon tfo rt-Feldk irch kommt dabei nicht in Betracht,
weil in dem Kaufbrie f von 1375, durch den die Grafschaft an Österreich
eingegeben wur de, unter den namentlich aufgeführten Herrschaftsstücken
 der Hof Lustenau mit keiner Silbe er wähnt wird (Bergmann,
Urkunden Nr. 7b). Die hohe Gerichtsbarkeit stand also den Gr afen
von We rde nberg- Rheinegg zu. Es frägt sich nun einzi g nur noch, ob
sie dies en kraft eigen en Besitzrechtes, durch Erbfolge aus dem Besi tz
der alten Gr afen von Bregenz als eine hohe All odialgeric hts ba rkeit
zust and, oder ob sie ihnen kraft ihrer Grafenrechte bezw. der Reichsvog
 tei Rheintal zugehörte.

Zu dies er Reichsvogtei, die 1347 (2. Juni) mit allen dazugehörenden
Rechten unten und oben im Rheinta l von König Ludwig d. B. dem
Grafen Albre cht I. von Werdenberg-Heiligenberg um 600 Mark Silber
als Reichspfandschaft vers chriebe n wu rde,1) gehörten die Höfe Altstätten,
 Marbach und Bernang, sowie Ei chberg, Rebst ein und Balgac h,
also das linke Rheintalgebiet vom Hirschensprung bis gegen den Monstein
 mit Ausnahme der Reichshöfe Krießern und Lustenau.

Diese beiden ehemaligen Königshöfe behaupten unbedin gt eine
rechtliche S onde rs tellung, sie bil den exempte Bezirke mit eigener
hoher Immunität. Sie fa llen aus den umliegenden Gra fscha ften
bezw. Reichsvogteien voll kommen heraus.

1) Krüger, Reg. Nr. 319. 13
            
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