im Anschluß au einen Fron hof, sondern um eine Reichsburg mit militärischer
Geltung als „K ris talli sationspunkt”. Damit soll nicht gesa gt
sein, daß der Grundbesitz, der den Ems ern innerhalb ihres Bezirkes
zu eigen war, nicht auch als Reizmittel zur Erlangung der Landeshoheit
mitgespielt hätte . Aber ausschlaggebend war er bei der Armut an
ertragreichem Boden auf keinen Fall! Das wird uns bald noch deutlicher
wer den (ve rgl. unten 8. 28).
Angesichts dieser Tatsachen darf es nicht mehr wunder
nehmen, wenn die Grafe n von Montfor t die Reichsfreiheit
und selbständige Stellung der Linkischen Burgherren
wohl oder übel achten muß ten. Sie vermoc hten die emsische
Sonderentwicklung inmitten ihres Gebietes ebensowenig
zu unterdrücken, wie die der Herrschaft Neub urg
a. Rh., der zweiten reichsfre ien Enklave im montfortischen
Gebiet, die auf denselben Grun dl agen, teils Re ichs lehen,
teils Reichspfandschaften aufgebaut war, wie die von
Ems, und ebenfalls von Reichsmin is teriale n , den Thumb
von Neub urg, verwaltet wurde.
Die Gr afen von Montfort-Feldkirch ließen es zwar nicht an gewalt-,
samen Versuchen fehlen, diese beiden Enklaven in ihrem Gebiete aufzusa
ugen und womöglich unter ihre eigene aufstrebende Landeshoheit
zu bringen . — jedoch ohne den gewünschte n Erf olg. Es ist gewiß kein
Zufall, wenn gerade im selben Jahr e, in dem Ulrich I. von Ems von
Ludwig d. B. die Erlaubni s zum Bau einer zw eiten Feste mit jener
große n Pf a ndschaft vom Reiche erhielt , die seine völlige Unabhängigkeit
zur Folge hatte, — wenn ausgerechnet in diesem Jahre 1343 sich
eine wütende Fehde zwi schen den Ems ern und den Montfort-Feldkirchern
um Pfänder, Leute und Güter entspann, die mit beider
seitigen Ver lusten endigte (H. R. 7). Daß es kein gew öhnliche r Schlag
hande l war, beweist wohl der Ums tand, daß sogar der zeitge nös sisch e
Ge s chichts schreiber Johannes von Winterthur dara uf aufmerksam
wurde und in sein em Chronicon von einer „guerra satis hostilis” zwischen
den beiden Parteien erzählt1): darnach sollen die von Ems den
größeren Schaden davon getragen hab en. Kein Wunder, wenn die
Emser in der Folge sich noch enger an das Reich anlehnten und dessen
*) Eccard, Corp us hist, modii aevi I. 1868. 1868.