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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

Schloß Fel dkirch-Schattenbur g . 131 
Got teshaus es Chur verdient. Hochangesehen bei allen, wirkt e Graf Rudolf wiederholt als 
Schiedsrichter bei Streitigkei ten zum Frieden. So war auch seine letzte Tat eine Friedens­ 
stif tung: er schlichtete einen Streit zwischen den Edlen von Krenkingen und der Stadt Thien- 
gen bei Wuldshut im Badischen. Auf der Heimreise von dies em Liebesdienst starb er auf 
seiner Veste Fußach am Bodensee in der Nacht vom 15. auf den 16. November 1390. Er 
ward in der Ahnengruft in der Nikolaus- Pfarr kir che als der letzte sein es Stammes mit 
Schild und Helm begr aben. „G rafen von Montfort-Feldkirch und nimmermehr!" rief der 
Herold über der offene n Gruft, das erledigte Wappen zerbrechend.^) Sein mutmaßliches 
Grabmonument wird noch in der Pfa rrkir che Feldkirch seitwärts des Hocha ltars gezeigt.* 5) 
4) Ulr. Tränkle's Chron . von Feldkirch, des ältest en Vorarlb. Chroni sten (ge st. 1414); 
ölt. bei Zösmair, aa. O., III., S. 36. Ueber diesen Chronisten vgl. Zösmair : „Ulrich Tränkle 
ausFeldk. น. Tho mas Lür er, an geblich aus Rankweil, zwei Vorar lber ger Chronisten d. Mit­ 
tel alter s", in Bodenfeegefch.-V. H. 15 (1886). 
5) Mittlg n. d. Z. K. 1885, LXX X., S. 115; des Verfassers „Stadtpfarrkirche in Feld­ 
kirch" S. 123 f. 
*) Siehe Näh eres hierüber in Besch r. Alt-M onf ort. 
Das im gro ßen und ganzen nicht sehr erfreuliche Bild der etwa zwei­ 
hunde rt jähr igen montfort'schen Regierung in der Grafschaf t Feldkirch, ge­ 
kennzeichnet vor allem durch Gewalttätigkeit und Fehdesu cht, entbehrt doch 
nicht etwelcher Lichtseite n; zu diesen gehör t das eben ge schilderte anzie­ 
hende Charakterbild des letzten Feldkirche r Grase n Rudols, weite rs die 
frommen Sti ft ungen, die hochherzige Fürsorge für die Untertan en und 
besonders die f rühz eitige Entlassung aus der Leibeigens chaft , ein damals 
noch sehr vereinzelt dasteh ender Vorgang, welch er der Stadt Feldkirch 
einen mächti gen Aufs chwung sicherte; dann vor allem die Besiedlung der 
rauhen und kaum bewohnten Berggegenden im Hinterland der Grafschaft 
mit den Walser Koloni sten, ein Nicht hoch genug zu wer tendes kulture lle s 
Verdiens t der Grafen. Dies alles mag versöhnend wirke n und sichert dem 
nun vollständig erloschen»« Haus Montfort ein ehrenvoll es und dankbares 
Andenke n bei der Nachwelt. 
5. Die Geschi cke von Schloß und Herrschaft Feldkirch seit der Besitz­ 
ergreifung durch Oesterrei c h 1390. Die Toggenbur g'sche Vogtei- und Pfan d­ 
Herrschaft (1405—12 und 14 16—36). 
Alsbald nach dem Tode des Grafen Rudol f IV. nahm dem Kauf­ 
vert rag gemäß das H a u s H a b s b u rgvonderGraffchaftFeld- 
kirch Bes itz. Herzog Albrecht III., der Brud er des bei Sempac h 1386 
gefallene n Herzogs Leopold III., nahm durch den hiezu entsandten Land­ 
vogt Reinhard v. Wehingen den Huldigungseid der neuen Untertanen ent­ 
ge gen. Als erste r österreichischer Vogt der Herrschaft hielt alsd ann Rit ter 
Ulrich v. Ems sein en Ein zug auf dem Schlo ß zu Feldki rch und eröffnet e 
hiemit die Reihe der Herrschaftsvögte und Vogtei verw al ter von Feldkirch, 
die allerdings, wie gleich zu berichten, schon nach einigen Jah ren auf 
kurze Zeit unterbrochen wur de. 
Im Jahre 1391 ging angesichts der drohenden Zeitlage die Stadt 
Feldürch mit Graf Albrecht IV. von Werdenberg-Bludenz und dessen Un­ 
tertanen ein aus vierzig Jahre geltendes Bündnis ein und begründete die 
sogenannte vorarl ber gl sche Eidg enossens chaft, der sich auch verschiedene 
an dere Burgherren und Bewohnerschaften ander er Landesteile anfchlos- 
fen. ๆ Der habsburgi s che Burgvogt in Feldki rch ersc heint nicht unter den Verbündeten.
	        
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