152 Burg Tos ters.
Geschlechtes unb ihre Rechtsn achfolg er , die Gra fen von Montfort. Das Patron at über
die Kirche von Tos ters gel angte von Schännis in die Hände der Gra fen v. Mont
fort-Feldkirch, entweder vertragsmäßig oder wahrscheinlicher im Kampfe zwi schen
Papsttum und Kaisertum um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Pfarrherren von
Tosters dür ften wohl auch zugleich Burgkaplane gewesen sein, was für die Zeit, da
eine eigene gräfliche Linie auf der Burg hauste, gewiß keine schle chte Stellung be deutete,
indem sogar Adelige sich um die Pfarrei bewarben. Als โท der zweiten Hälft e des 14. Jahr
hunderts die Nebenlinie der Gra fen Fe ldki rch-T osters ausstarb und die Burg nicht mehr
Residenz war, dürfte mit Rücksicht auf die dad urch gesunkenen Einkünfte des Pfarrers die
Stiftung des sogenannten Herrenbenefiziums in Feldkirch 1363 durch Graf
Rud olf 111. von Mo n tfort-Feldk irch, beziehungsw e is e die Besserung desselben 1377 durch
dessen Sohn Graf Rud olf IV. erfo lgt sein; die Pfründe bestand zwar an der Nikol aus pfarr
kir che Feldkirch, dem Inhaber je doch oblag die Betreuung der Seelsorge zu Tosters. Die
Entfer nung der alten Pfarrkirche und des Friedhofes vom eigentlichen Dorfe in der Ebene
Grundriß der Ruine Tostersburg.
zu Füßen des Burgberges und die noch größ ere des Pfarrers von sei ner Seelsor ge führ te
naturgem äß zu Unzukömmlichkeiten, und so ward 1834 der neue Widum im Dorfe und
das Jahr darauf in dessen Nahe eine Kap elle gebaut; die jetzige Pfarrkirche entstand
durch die Bemühungen des Pf arrers Gall Weißhar in den Jahren 1879/8 0. Die alte
Pfarrkirche m der Rüti (St Korneli), unter deren Chor sich übrigens — ein Zeich en
ihres hohen Alters — ein unterirdischer Raum befinden soll und die in Langschiff und
Turm im 17. Ja hrhund ert verändert wurde, 3) bietet mit ihrer herrlichen Lage in dem ein
samen Waldtale und der über tausendjährigen Eibe an der Chorserte im Gottes
acker im Ang esichte des altersgrauen Schloßt urmes ein landschaftlich entzückendes
Bild, das nach Aussag e urteilsfäh ige r Reisen der den schönsten Landschaftsbildern in den
gesaus ten deutschen Gauen nicht nach steht.
Im folgenden soll die Rede sein zunä chst von der Geschichte der Burg
und Herrsc haft Toster s; im A nschluß möge dan« die baulich e Anlage der
alten Veste kurz be sprochen werden.
3) Rapp, Gen. Vik. B eschr., I., S. 282 f.