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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

154 Burg Tosters. 
diesem Anlaß rückten der Werdenberger und seine Verb ündeten, Graf Ru­ 
dolf v Habsburg, der spätere König, und der Abt von St. Gallen, Bertol d 
v. Falkenstein, gegen Feldkirch, das sie jedoch nicht ei nzunehme n vermoch­ 
ten. Als siche r ist wohl anzun ehmen, daß die beginnende Feind schaf t zwi­ 
schen den blu ts- und stamm v er wandten Grase n v. Montfor t und v. Wer­ 
denber g die Veranlassung zum Bau der Burg Tosters durch die ersteren 
gegeben hat, wozu allerdings auch die Familieuvermehrung derselben bei­ 
getragen haben mag. Zösmair 2) vermutet auch, daß till Hinbli ck aus den 
durch die Gräfin vorzunehmenden Verzic ht auf die er wähnte Morgengabe 
die Burg Tosters als ihr zu gehör endes Pfand und als allfälliger Witwen­ 
sitz erbaut worden sei. Dies sei etwa zwisc hen 1258 bis 64 gesc hehen, und 
habe nun die Burg zur Sicherung des Pfa ndes und der Stadt Feldkirch 
selbst gedient. — Mit der Burg wurde ihr dann auch ein eigener Burg­ 
fr i e d e n s b e z i r k sowie damit verbundenes Niedergericht an ge wiesen. 
Die Grenzen des Burgfr ie dens oder der Herrsc haft Tosters, die uns erst 
aus späterer Zeit erhalten sind (von 1476, 1528,1560) verliefen dem Kamm 
des Bl ase nberges entlang über Tisis nach Schaanwald hin, dann gegen 
Mauren herüber, weiters dem Ostabhang des Schellenb erges entlang ge­ 
gen das Nofler Bad zu. •’) 
-') an O., S. 57. 
ft Zösmair , Tos ters, S. 58, des. Anm. 42; Der selbe: Erläuteran. ?1. bist. At las, ร. 8. 
4) Zösm air, Polit. Gesch., III., S. a. 
~ Die hauptsächlichste Bedeutu ng der Burg, die als ein besonders stark es 
Bollwerk nicht angesprochen werde n kann, lag, wie gesagt, in ihrer einzig ­ 
artigen Fernsicht und der Mö glich keit der Ueb erwachun g eines wichtigen 
Landstriches. Außerde m schützte es Feldkirch in der Flanke, bot allen falls 
einen Zusluchlsort und es diente, was auch nicht zu verachten war, das 
artsgedehnte Burgplateau als Tumm elp latz zu ritt erlichen Uebungen und 
Spielen. 
Graf Rudolf [. von Alonfort-Feldkirch starb nach gro ßen Schic ksals­ 
schlägen infolge sein er antihabsburgischen Politik 1302. Seine Gemahlin 
Agnes überlebte ihn la nge. Der älteste ihrer hinterlassenen Söhne, Hugo L, 
war Graf v. Jagdberg, verlor aber be reits 1310 bei Schaf fhausen fein 
Leben und hin terließ mehrere unmündige Kinder . So vermehrte sich das 
Haus Montfort-Feldkirch rasch, ein Teil saß zu Feldki rch se lbst, em anderer 
auf Jagdberg bei Schlius, ein dritt er zn Toste rs. Nach'Eintritt der Mün­ 
digkeit der jungen Grafen ergab en sich bei der großen Mitgliederzahl des 
Hauses Feldki rch Erbstreitigkeiten, die dann in zwei Verträgen vom 1. 
Jänner 1318 und 2. März 1319 geschli chte t w urden Das Ergebnis dies er 
Abkommen waren folgenrei c he Guterteilnngen und die Feststellung gegen­ 
sei tiger Beerbung bei kind erlosem Ableben. Hiern ach erhielten die zwei 
überlebenden Söhne der Gräfin Agnes: Rudolf II., spater Bischof von 
Chur und Konstanz, und Ulrich I., Burg ititb Stadt Feldkirch, die Burg en 
Jagdberg und Horn (Schwarzenhorn bei Satteins) sowie Ne u-Mon tfort 
usw. mit'Zuge h ör. Ihre Neffen, die Söhne des 1310 ersc hlag enen Hugo, 
nämlic h Friedrich, Hugo II. und Rudolf III., letzterer noch unmündig, die 
Burgen Tosters und Alt-Mo ntfort, sowie Fuss ach usw. ft S eitdem gab 
es eine ei gene m on 1 f ort'sche Nebe nl in i e a น f T o st e r s. Nach 
dem baldigen Tode des älte sten Bruders, des Grafen Friedrich, der 1321 
im Rhein ertrank, hausten die zwei jüngeren Brüder Hugo und Rudol f Rudol f
	        
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