Burg
Tos ters. 155
zunä chst länge re Zeit mitsammen. Doch war ersterer meist außer Landes,
indem er schon um 1315 vom deutschen Gegen konig Friedric h d. Schö nen
von Oes terrei ch die Grasschaft Leutkirc h oder Zeil verpfändet erhallen;
spater satt elte er in seiner Parteistellung um und hielt zu Ludwig dem
Bayer, um sich dann neuerdings wieder der habsburgischen Pa rtei zuzu
we nden. Nach dem Tode Friedrichs des Schonen 1330 schrit t Rudolf zur
Verehlichung, was wieder eine Güterteilung und Trennung der Residenzen
zur Folge hatte (1331/32). Sonach verblieb Burg Tosters dem älteren
Bruder Hugo a llein und Rudolf erhielt die Herrsc haft Alt- Montfort, auf
deren Burg er nun für längere Zeit mit seiner neu angetrauten Gemahlin
Anna, Gräfin v. Schelklingen bei Ulm, Wohnung nahm und alsb ald zahl
reiche Nachkomm enschaft erhielt. — In der Geschichte der unaufhörlichen
Wappen der Ritter
von Tosters
Teilun gen fällt hier der Vertr ag vom 5. Novem ber 1338 zu bemerken,
wona ch auf Tod fall des Grafen Hugo I. von Montfor t- Breg enz dessen
Herrschaft unter die Grafen von Montfort-Tettnang und Montfort-Feld
kirch geteilt wurde und die Feldkirche r Grafen den ganzen Hmter-Bre
genzerwald sowie das Gericht Dornbirn erhiel ten. 5)
Vermut lich im Jahr 1341 vermählte sich endlich auch Hugo v. Feldkirch-
Tosters, und zwar mit Margaretha G räfin v. Fürstenberg. Der selben
wurde die Veste Tosters für den Fall des Ueberlebens lebenslänglich ver
schrieben, und mit Urkun de vonl 20. September desse lben Jahres 1341
versprich t sie, ihrem Schwager Rudolf diese Veste um 450 Mark Silbe r
zu lösen zu geben
Im Spätjahr 1343 s pielte sich im Hause Montfort-Feldkirch eine uner
qui ckliche Famil ientragodi e ab. Von den bei den Ohei men der jungen
Grafen war Rudolf , der Bischof, 1334 gestorben Sein Bruder Graf Ulrich,
der als Kleriker ebenfall s unver ehl icht war, beerbte ihn. Von den immer
geldbedürftigen Nesfen, voran Rudolf, schein t er gehörig ausgenutzt wor
den zu sein; auch lebte er den schon län gst auf sein Erbe lüsternen Bruders
söh nen viel zu lange Uebrigens verlautet, daß der alte Graf, mißmutig
G) Urk. bei Vanotti Nr. 17; vgl. Zösmair, Polit. Gesch ., II., S. 19 f.