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ten zum Bau der Burg gedrängt haben; es war die unruhige Zeit des
Kamp fes zw ischen Ka isertum und Papsttum.
Andrerseits starb um 1245 Graf Rudol f mit Hinterlass u ng unmün
diger Söhne, über die ihr Oheim Graf Hugo v. Feldkirch die Vormund
schaft übernahm. Dieser dürft e kaum durch einen Schloßbau zugunsten
seiner Mündel deren künfti ge Macht gestärkt haben. Sonach ist Schloß
Bludenz wohl unter Graf Rudolf v. Montfort, dem Stammvater des
werdenbergischen Hauses, entstanden. Einer später en Datier ung des Blu
de nzer Burg baues st ände entgegen die Tatsache, daß bereits 1249 ein
31 UteT Walther v. Pludins erschei nt, ) der jedenfalls Burgvogt
oder Burgverwalter der Grafen in Bluden z war, und dem dann die
Ritter Die trich, Johannes Rudol f น. a. folgen, wohl die Vorfahren der
He rren v. Rudberg, der Vögte von Bludenz.^)
Die ersten Weidenberger Grafen hatten nur zeitweilig Uttd gelegent
lich ihren Sitz in Bludenz; in der Regel hausten sie auf Werdenberg in
dem viel wichti ger en und bewegteren Rheintal, wovon sie wie auch vou
dem später (1277 ) erworbenen Heiligenberg ihren Namen entlehnten.
Die Werdenber ger waren bei den H absburger» wegen ihrer mehr
fachen Verdienste um deren Haus im höchsten Anseh en; hatten sie ihnen
doch gegen König Ott okar von Bö hmen und den deutschen König Adolf
von Nas sau ausgiebig Hilse geleistet, ganz and ers als die ihnen stamm
verwandten Montf orter Grafen, mit denen sie selbst auch, vermutlich in
Erbschaftsstreitigkellen, die längste Zeit in schw erer Fehde lagen;' ) bis
in den Anfang des 14. Jahrhunderts gehörten le tztere, die Montforter,
zu dcu gefährlichsten und hartnäckigsten Gegnern des Hauses Habsburg.
Schon der Sohn Rudol fs, de^ vorgenannten Gründers des Haufes
Werde nberg , Graf Hu g o I. v. Werdenberg-Heiligenberg (t 1280 oder
81), war cm tre uer Freund und Anhänger König Rudolfs v. Habsburg,
mit dem er übrigens auch durch verwandtschaftliche Bande verknüpft
war. ") 1276 ma chte er in fein er Begleitung den erf olgreiche n Feldzug
gegen den Böhmenkönig Ott okar mit. Für seine geleisteten Dienste ward
Hugo I. schon 1274 von König Rudolf zum Landgrafen und könig lichen
Richte r in Ober-Schwaben ernannt, um alle dem Reich e entfremdete« Gü
ter für den König einzuzi ehen, Recht zu sprechen und den Landfrieden
aufrecht zu erhalten, welcher Aufgabe sich auch Hugo mit Tatkraft und
Er folg entledigte. * ) — Unter diesem Grafen ist wohl die Marktsiedlung
bei der Bnrg von Bludenz en tstan den. Er gilt auch als der eig entliche
Stifter des Frauenklosters St. Peter bei Bludenz.
9 Helbok, Reg. Nr. 441.
*a) In seiner späteren Schrift: Zur älte sten Gesc hichte des Montafons (1923) bezeichnet
Zösm air als inutmaßl ichen Erbauer des Schlosses Bludenz Rudo lfs Sohn, Graf Hugo I. v.
Werdenberg (S. 31), ohne j edoch diese geänderte Ansicht zu begründen. Die dargelegten Ar
gumente sprechen entsc h ieden für die erste Annahme.
2) Ueber die Fei ndsc haft zwi schen den Häusern Montf ort und Werdenberg und ihre
kriegerische Austragung siehe Zosmair, Polit. Gesch. d. Graf. v. Atontfort น. Werdenberg,
I., S. 24 ff.
3) Zos mair net. O., S. 26; Kai ser, Gesch. d. Ft. Liechtenstein, S. 114.
*) Zösm air, aa. O., S. 27 f.
Hier befand sich schon zuvor eine freie Versamml un g von fromm en Fra uen nach Art
der Beghinen, die Ilunmehr zu einem regelrechten Orden umgestaltet werden sollte. Wohl
in diese r Ab sicht verlieh Graf Hugo I. unter dem 25. Mai 1278 zu Konstanz dem Kloster
Oetenbach bei Zürich das Patronatsrecht über die St. Peterskirche bei Bludenz, um Kloster