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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

284 Alt- 
und Neu-Ems. 
Hannibal I. an Erzherzog Ferdinand II. v. Tirol über de ssen Wunsch für seine Sammlungen 
ver ehrt worden ware n.c), 
Im P alast von Hohenems finden sich auch derzeit noch mehrere be­ 
merkenswerte Bilde r und Jnventars tücke als Familienerinnerungen aus 
der früheren gräflichen Resldenzzeit, sie sind großenteils in den langen 
Wandelgängen des Ha upttr aktes hofseits aufgest ell t und bilden für sich 
ebenso wie der hohe Rittersaal eine Sehensw ürdigk eit Bemerkt set 
noch, daß das Schloß an sehnliche Archivraumlich keilen im^Erd 
geschoß besitzt, üt dem noch ein ziemlich umfangreiches archivalisches Mate­ 
rial verwahr t wird. 
Einig e weni ge Utensil ien der ein stigen gräflichen Hofhaltung verwahrt das Landes­ 
muse um in Bregenz, so Prunkkästen, Gobelins, Bettstätten ^) und Silbergeschirr; zwei Pr unk­ 
sc hlitten, die vord em ebenfalls im Museu m verwahrt worden, kamen wi eder in das Sch loß 
zurück.^) — Die zwei alten Totcns childe mit dem Emserwappen, die eine Zi erde des Landes­ 
museums bilden,"betreffen Angehörige der Dornbirner Linie des Geschl e chtes derer von 
Ems: die Ri tter Bur kard und Christoph v. Ems. 9) 
4. Das Schlößchen im Markt. 
Dasselbe wurde früh er „Amt shaus" gena nnt und war von Graf 
Kas par er baut wo rden. Schon auf dem Ortsplan in der Eins er Chronik 
1616 ist es als bestehend eingezeichnet. Es war ehemals Sitz des gräf­ 
lichen Oberam tes und dien te auch den damalig en gräflichen Beam ten als 
Wohnung. Später war es eine Zeit lang Kaufhaus Im Jahre 1817 kam 
es mit dem übri gen Allod in den Besitz der gräflichen Famili e Zeil und 
gehö rt heute noch, wo es die Bestimmung eines Rathauses des Ma rkt­ 
fleck ens hat, derselben. In den Jah ren 1860—82 war das Schlöß chen der 
Wohn sitz der Fami lie des Grafen Maximilian (t 1868) und seines Soh­ 
nes, des Grafen Clemen s (t 1904) , bis letztere r nach Adaptierung des 
Palastes in diesen übersiedelte; auf das hin woh nte darin der gräfliche 
Verwalter. — Das Schlößchen zeigt altertümliche Ba uart und hat mit 
dem angebauten Rundtur m richtigen feudalen oder Edel si tz-Charakter. 
Doch ist von alter Einrichtung nicht mehr viel darin Vorfin d lich. 
Zur liter arisc hen Wer tung des Geschlechtes von Ems zur Hohenems 
und ihrer Burgen. 
Um die sür de utsche Kultu r- und Literat urgeschichte so bedeutsamen 
Adelssitze der Ritter und Grafen v. Ems zur Hohenems rankt sich eine 
reichl iche Literati ir , die wir beson ders von Dichtern der Gegenwart ge­ 
pf legt finden. Bon den Schriften, die sich mit dem Nibelunge nlied be­ 
fas sen, war oben bei Bespr echu ng des Dichters Rudolf v. Ems die Rede. 
Von der älteren Poesie, die berühmte Vertreter des Emsergeschlechtes fei­ 
ert, sei angeführt: „Jakob v. Ems" (aus dem Volkslied von der Belage­ 
rung Veronas). ‘) „Ein schönes Lied von der Schlacht von Pavia", Marx 
°) Häfel e in Viertcljahrsschr. f. Gesch. น. Ldkd. 8 (1924), S. 14 f.; Bergmann: Die Reichs­ 
graf en etc., S. 97. 
) Vgl. Mi ttlgn. d. Z. K. XXVII (1901), S. 48 f. 
8) Vgl. Mus. Ber. IG (1876 ), S. 16 f. (mit 2 Abb ild.). 
9) Der Totenschild des letzteren hier abgebildet. — Nähe res hierüber in Besprechung 
des „Turmes im Oberdorf." 
*) bei R. v. Lilienc ron : Die hist or. Vo lksliede r der Deuts chen v. 13. bis 16. Jahrh. , Jahrh. ,
	        
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