Ruggburg. 335
freiwil lig aufgegeben halte. s) Er wird aber auch gelegentlich noch Graf
v. Rechberg, auch mit dem Prädikat von Hohen-Rechberg genannt °) Die
Rec hberg wurden übrigens 1626 wiederum in den Grafens tan d erhoben.
Das Wappen der Ritter v. Rechberg 1 0) zeigt einen goldenen Schild mit
zwei roten auf r e chtstehenden, die Ruten aufwärts aneinander wickelnden
Lö wen; auf dem Helm ist ein wachsender goldener Rehbock — mit Be
ziehung auf den Namen „Reh—berg" — zu sehen. Das Geschlecht der
8) Bucelin, Germania, IV., S. 123.
9) Vanotti^ Stammtaf., S. 344, 412.
16) Siehe Abbild, bei Baumann, Allgäu, II., S. 590.
1) Vanotti, aa. O., S. 344, 410; nach Hueber war es Nippenburg.
2) aa. O., S. 32.
Ruggburg mit Blick auf Li ndau (Zeichnung von F. Lin s).
Rechberger weist übrigens hervorragende Männ er auf. Gleichzeitige Ver
wan dte unseres Ritte rs Hans waren Franz v. Rechberg, Abt v. Einsie
deln; Konrad, dessen Bruder , Bischof v. Chur; Albrecht, Bischof v. Elch-
stätt; Bero I. Anführer des Georgenschilds und Rit ter des Heil. Grabes .
Außer dem halben Anteil an der Ruggburg besaß Hans v. Rechberg
noch mehrere ander e große Besitzungen in den benac hbarten süddeutschen
Gauen. Von seinem Vater hatte er Gam ertingen (in Hohenzollern-Si gm a-
ringe n auf der Schwä bischen Alb, drei Stunden von Ebingen), und He
dingen, wahrscheinlich Hettingen bei Zwifalten (eine Herrschaft Hed ingen
auch bei Zürich) ererbt. Diese zwei Edelsitze verkaufte er aber an den Gra
fen Ulric h v. Wirtemberg. Aus dem Erlös hatte er die Falkenstei n ' sche
Herrschaft auf dem Sch warzwal d (würt temb. O.-A. Oberndorf) er worben.
Aus dem vät erli chen Erbe besaß er Wei lers die Herrs chaft Schalk sburg bei
Balinge n; ebenso gehörle ihm Ramslein bei Epfendorf, beide Her rs chaften
im genannten O.A. Oberndorf gele gen, und fc h ließlrch noch ein Schloß
Staufen, wahrscheinlich im Hegau gelegen. Schloß Rams tein war des
Ritt ers Hauptveste, bis er nach des sen Zerstörung auf einer steilen Fels
höhe im Schwarz wald 1457 sich eine neue bedeutende Burg: Schram
berg ft erbaute. Rec hberg war überdies kais erlicher Vogt der österreichi
schen Stadt Laufenburg a. Rh. (zwisch en Basel und Waldshut).
Den Cha rakter dies es Ritters schildert Staffler ft kurz mit den Wor
ten: „furc htbarer Abent eur er". Rit ter Hans war ein Haudegen, stolz, per
sönlich tapfer, listig , ver schlage n, erfinderisch im Entwerfen von Krieg s- 89