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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

350 Alt-Hofen. 
Hofen" genannt, zu erba uen. Eine alte Lindauer Chro nik eines unbe­ 
kannten Verf assers be richtet, daß aus den Trümmern von Alt-Lochen 
dieses Schloß Hofen erbaut w orden sei, nachde m die Burg Alt-Lochen nach 
dem Aussterb en der gleichnamigen Fam ilie an die Raitnau gekomm en 
sei. Urkundlic h ersc heint Alt-Lochen im Besitze der Raitnau beispielsweise 
1561 und 1579. 
Burg Alt-Hofen ist heute fchon sehr in Abgang begriffene 
Ruine, deren bauli cher Bestand z. T beträchtlich gefährdet ist. Am 
meiste n lst noch vom Berchfried der Burg erhalten, her sechs- ode^mehr- 
eÄige n, unregelmäßigen Grundriß aufweis t und z. T. sehr dicke Mauer n 
hatt e. Seine südwestliche Partie ist durch Rutsc hungen des Bodengrundes 
schon län gst in die Tiefe ge stürzt; auch die Teile der äußeren Zingelmauer 
der Burganlage im Nord en und imSüden hän gen heutzutage schon über 
den Abgrund hinaus. Diese be iden Maue rpar tien enthalten in ihrem Ver­ 
laufe je einen Toreingang, nämlich im Norden und Sudosten. Par allel zur 
südöstli chen, sehr starken Ringmau er verläuft eine ebenfalls im Eck ge­ 
brochene schwächere Mauer , die die innere Burg abschloß und von der 
Autz enburg tre nnte. Von dem übrigen Mauerzug ist nur noch im Norden 
eine Partr e erhalten, die an der dem Turm^naheren Seite in scharfem 
Winkel eingezogen ersc heint und auch einen Torbau enthielt. Zu Unterst 
im Südosten des Burgplat eaus, nahe dem heute hier vorbe isühr enden 
Fahrweg stand vor einigen Dezennien ein Bildstock oder ein Kapellchen 
mit noch sichtba ren Fundamentr es ten. Dasselbe hat wohl keine nä here 
Beziehung zur Bauanlage der alten Burg gehabt. — Von einem Palas 
der Burg läßt sich aus dem heutigen Grundriß der Ruine n keine Spur 
nach weisen. Es scheint sich auch ein Palas in uns erem Falle erübrigt zu 
hab en, da ja die ungewohn t br eite und geräumige Anla ge des Berchfrieds 
hinreichend Wohnungsgelegenheit ge boten haben mochte. Gegenwärtiger 
Besitzer der Ruine ist Gebhard Sagmei ster in Bregenz. 
B. Schloß Hofe n. I. Der Schloßbau. 
Der imposante Schloßbau, am Bergesfuß gelegen und weithin sic htbar, 
bildet mit seinen Nebeng ebäuden eine typische, ab gerund ete Anlage eines 
herrschaftlichen Gutsbesitzes. Das stattliche Wohnhau s besteht aus zwei 
in stumpfem Win kel aneinander stoßend en Tra kten und zeigt ein fache, 
aber gerade dadurch wirkungsvolle und gefällge Rena issance- Verhäl t nisse. 
Die zwei zierlichen Erkertürme an der Südwestfl anke geben dem Ge­ 
bäude so recht das Aus sehen eines herrschaftlichen Schl osses oder Ad els­ 
palastes. Das Dach ladet weit aus zum Schu tz der vie len Stuck-Rosetten, 
die zwisc hen den Fen stern und den spitz b ogigen Nisch en darüber ange­ 
bracht sind. Den rückwärtigen Abschluß bilde t die ang ebaute geräumige 
Hau skapell e mit gotis chem Gewölbe und bis vor etlichen Jah ren noch mit 
einem kunsthis tor i sch sehr bemerkenswerten Altar geziert, wovon noch 
später . Die Kapelle gliede rt sich in organis cher Verbindung dem Haupt­ 
gebäude an durch die Rampentr eppe, die zur Vorhalle, voii einem°Erker 
überbaut, hinaussührt. Die geräumige Hofanlagc schließen im Westen 
Wirtschaftsgebäude, bis in die neuere Zeit uoch mit einem Rundturm am am
	        
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