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Wolfurt.
vertrag der Vorarlbergischen Eidgenossenschaft vom 18. August 1391/8) wo „der Kel ler zu
Wolfurt" mit den zugehörigen Leute n unter den Verb ündet en aufgezählt wird. Diesen Kellhof
hatte Graf Albrecht jedenfalls VON den Grafen von Mo ntfort-Bregenz / in deren Herrschaft
er lag erworben. 9) Den Kellh of mit dem festen Gebäude sowie mit allen Rechten und den
zugehörigen Eigenleuten verkaufte um 1100 Rhein. Gold gulden der genannte Graf Albrecht
1402 (19. Oktober) an den Gr afen Wilhelm IV. v. Mo ntfort-Bregen z; dessen spätere Nach
folger, die Gra fen Hugo und Ulri ch v. Aiontfort-Tettnang, üb erlreßen ihn 14:58 mit aller
Gerechtsame käuflich an Ritter Marquard v. Ems.") Nach W.-Merkle i) lag der Kellhof
im Luttenach oder Luttac h bei Wolfurt. Von die sem Luttac h entlehnte in spateren Zeiten
die in herr schaftlichen Diensten in Feldkirch stehen de Familie Püschel v. Luttach ihr Ad els
prädikat.
8) Regest , in Mus.-B er. 27 (1888), S. 28 ff.
0) Ueber den vermutlichen Hergan g diese r Erwerbung siehe E. Krüger: „Die Grafen v.
Werdenberg etc.", S. 206, 212.
10) Emser Ehron. (1616), S. 27; Bergmann, Land esku nde, S. 35, 106; derselbe in: Die
Edlen v. Ems, S. 21.
!) II., S. 353.
2) Vgl. Zös mair in: Feierabend (Beil. z. Vorarlb. Tagblatt), 1921, S. 23.
1) W.-Merkle, II., S. 350; Zts chr. f. Gesch. d. Oberrhems, III., 18a2, S. 247: Ael tester
Güt er besitz d. ehem. Reichsstift. Salem.
2) in Zts chr. Gesch. Oberrh. aa. O.
Nach dem Schloss e Wolfurt benannten sich im Lauf der Zeit vier ver
schiedene adelige Ge schlechte r,* 12) mit denen wir uns NN Folgenden be
sassen wollen.
Als erst es auf dieser Burg hausendes Geschlecht kenn en wir jen es,
das wir als das Edel- oder RIt t e r g e s ch l e ch t v. Wolf urt bezeich
nen woll en, und das um die Mitte des 15. Jahrhundert s erlo sch. Ihm
folgte .seit 1463 die Famili e der Leber v. Wolfurt, ein Bregenzer
Bürgergeschlecht, das um 1650 ausstarb. Alsdann ward der EdelsiH den
Reichart von Bregenz und sch ließlic h den Tröndlin-Greif-
f e n e g g, aus dem Schwarzwald stammend, verliehen.
1. Die Edlen und Rit ter v. Wolsurt.
Das Ritte r g es chlecht derer von Wolfu rt ist eines der
ältesten adel igen Geschlechter des Unterlandes; es war, wenn auch nicht
besonders reich, doch sehr angesehen —- das Lindauer Geschlechterbuch
nennt es „sürnehm in der Rittersc ha ft des Landes Schwabe n" — und
mehrere Mitglieder desse lben erscheinen schon frühe als Träger hervor
ragend er geistlicher Würde n und Aemter: die Fa milie gab sowo hl dem
Benediktinerstift Pfäfers bei Ragaz drei Aebte als auch dem Damenftift
in Lindau drei Aebtis si nnen; auch gehörten zahlreiche Chorherren und
Klosterfrauen dies em mehr durch sei nen friedlichen und fromm en Sinn
als durch krieger i schen Ruhm ausgezeichneten Geschlechte an.
Eine alte Ueberlieferung in der Fa miUe der Greiffen egg-Wol f urt wollte wiss en, daß
die. ursprünglichen Ri tter Wolfurt im 13. Ja hrhund ert wegen Verfolgung aus politischen
Gründen von ihrer Heimat Schottland ausgewandert sei en, nach Italien gezogen und
dann später auch in Vorarlberg sich niedergelassen hätten. Die Famil ie habe eh edem den
Namen Mac Dewer the Wolf geführt; der Name sei dann in Deutschland in Wolfesford
(Molfsführe) und zuletzt in Mol furth überge gangen. *) — Es ist dies aber wohl nichts
andere s als eine ausschluückende Legende, der ernste Geschichtsforscher keinerlei Bedeutung
beimessen. Archivrat Bader bem erkt zwar, ) daß der Fam ilienn ame Wolfurt ziemlich ver
bre itet gewesen und ailßer in unserer Gegend in S 3) w a b e n (Ueberlingen), auf dem
Schwarzwald, im Breisg au und sogar in Un garn aufgetreten sei. Es ist jedoch
als wahrschei nlich anz unehmen, daß alle diese Famili en des selben Sta mmes und nur ver
schiedene Seitenzweige desselben Gesc hlechtes waren, ja, daß möglicherweise unser Wol-