Skip to main content

Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

386 Schloß 
Wolfurt. 
vertrag der Vorarlbergischen Eidgenossenschaft vom 18. August 1391/8) wo „der Kel ler zu 
Wolfurt" mit den zugehörigen Leute n unter den Verb ündet en aufgezählt wird. Diesen Kellhof 
hatte Graf Albrecht jedenfalls VON den Grafen von Mo ntfort-Bregenz / in deren Herrschaft 
er lag erworben. 9) Den Kellh of mit dem festen Gebäude sowie mit allen Rechten und den 
zugehörigen Eigenleuten verkaufte um 1100 Rhein. Gold gulden der genannte Graf Albrecht 
1402 (19. Oktober) an den Gr afen Wilhelm IV. v. Mo ntfort-Bregen z; dessen spätere Nach­ 
folger, die Gra fen Hugo und Ulri ch v. Aiontfort-Tettnang, üb erlreßen ihn 14:58 mit aller 
Gerechtsame käuflich an Ritter Marquard v. Ems.") Nach W.-Merkle i) lag der Kellhof 
im Luttenach oder Luttac h bei Wolfurt. Von die sem Luttac h entlehnte in spateren Zeiten 
die in herr schaftlichen Diensten in Feldkirch stehen de Familie Püschel v. Luttach ihr Ad els­ 
prädikat. 
8) Regest , in Mus.-B er. 27 (1888), S. 28 ff. 
0) Ueber den vermutlichen Hergan g diese r Erwerbung siehe E. Krüger: „Die Grafen v. 
Werdenberg etc.", S. 206, 212. 
10) Emser Ehron. (1616), S. 27; Bergmann, Land esku nde, S. 35, 106; derselbe in: Die 
Edlen v. Ems, S. 21. 
!) II., S. 353. 
2) Vgl. Zös mair in: Feierabend (Beil. z. Vorarlb. Tagblatt), 1921, S. 23. 
1) W.-Merkle, II., S. 350; Zts chr. f. Gesch. d. Oberrhems, III., 18a2, S. 247: Ael tester 
Güt er besitz d. ehem. Reichsstift. Salem. 
2) in Zts chr. Gesch. Oberrh. aa. O. 
Nach dem Schloss e Wolfurt benannten sich im Lauf der Zeit vier ver­ 
schiedene adelige Ge schlechte r,* 12) mit denen wir uns NN Folgenden be­ 
sassen wollen. 
Als erst es auf dieser Burg hausendes Geschlecht kenn en wir jen es, 
das wir als das Edel- oder RIt t e r g e s ch l e ch t v. Wolf urt bezeich­ 
nen woll en, und das um die Mitte des 15. Jahrhundert s erlo sch. Ihm 
folgte .seit 1463 die Famili e der Leber v. Wolfurt, ein Bregenzer 
Bürgergeschlecht, das um 1650 ausstarb. Alsdann ward der EdelsiH den 
Reichart von Bregenz und sch ließlic h den Tröndlin-Greif- 
f e n e g g, aus dem Schwarzwald stammend, verliehen. 
1. Die Edlen und Rit ter v. Wolsurt. 
Das Ritte r g es chlecht derer von Wolfu rt ist eines der 
ältesten adel igen Geschlechter des Unterlandes; es war, wenn auch nicht 
besonders reich, doch sehr angesehen —- das Lindauer Geschlechterbuch 
nennt es „sürnehm in der Rittersc ha ft des Landes Schwabe n" — und 
mehrere Mitglieder desse lben erscheinen schon frühe als Träger hervor­ 
ragend er geistlicher Würde n und Aemter: die Fa milie gab sowo hl dem 
Benediktinerstift Pfäfers bei Ragaz drei Aebte als auch dem Damenftift 
in Lindau drei Aebtis si nnen; auch gehörten zahlreiche Chorherren und 
Klosterfrauen dies em mehr durch sei nen friedlichen und fromm en Sinn 
als durch krieger i schen Ruhm ausgezeichneten Geschlechte an. 
Eine alte Ueberlieferung in der Fa miUe der Greiffen egg-Wol f urt wollte wiss en, daß 
die. ursprünglichen Ri tter Wolfurt im 13. Ja hrhund ert wegen Verfolgung aus politischen 
Gründen von ihrer Heimat Schottland ausgewandert sei en, nach Italien gezogen und 
dann später auch in Vorarlberg sich niedergelassen hätten. Die Famil ie habe eh edem den 
Namen Mac Dewer the Wolf geführt; der Name sei dann in Deutschland in Wolfesford 
(Molfsführe) und zuletzt in Mol furth überge gangen. *) — Es ist dies aber wohl nichts 
andere s als eine ausschluückende Legende, der ernste Geschichtsforscher keinerlei Bedeutung 
beimessen. Archivrat Bader bem erkt zwar, ) daß der Fam ilienn ame Wolfurt ziemlich ver­ 
bre itet gewesen und ailßer in unserer Gegend in S 3) w a b e n (Ueberlingen), auf dem 
Schwarzwald, im Breisg au und sogar in Un garn aufgetreten sei. Es ist jedoch 
als wahrschei nlich anz unehmen, daß alle diese Famili en des selben Sta mmes und nur ver­ 
schiedene Seitenzweige desselben Gesc hlechtes waren, ja, daß möglicherweise unser Wol-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.