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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

430 Emse rschlö ßchen im Oberdorf. 
baren Ausdruck erhielt die mächtig erst arkte emsisc he Grun d he rrschaft in 
Dornbirn im Turm oder Schlößchen im Oberdorf, das um die 
Mitte des 15 Jahrhunderts von einer emsischen Sei tenl inie erbaut wur de. 
Der Besi tz der Eniser Ri tter im Bregenzerwald er scheint in den amtlichen Aus- 
fiihrungen in engerem Anschluß an die Dor nbirner Herrschaftsgü t e r. 0) 
Der wachsende Besitz in Dornbirn machte die Bestellung eige ner emsischer Gutsver­ 
wa lter nötig; als er ster derselben erscheint 1368 Hans Diem, der auch den Titel „Ems ischer 
Ammann führte. Die späteren emsisch en Beamten hießen stets „Amtsleute". 
Aber auch auf Mehrung des polit is chen Einflusses war das 
Streben der Emser Herren gerichtet. Zur Zeit der politischen Wirr en 
unter Herzog Friedrich IV. von Oesterreich brachten sie es zus tande, daß 
ihnen 1415, an St. Margrethentag, das Dorf und Reichsgut Dornbirn 
als Pfand versetzt wur de.3 4 5*) Später gelang es ihnen, nebst noch anderen 
Reichslehen auch den Blutbann über Ems und Dornbirn zu erhalten. 
Derselbe ward ihnen von König Sigismund im Jahre 1430, November 9., 
bestät igt. °) Wenn auch, wie oben in der Einleitung bemerkt, die österrei­ 
chischen Herzoge in der Folge die Herrschaft über Dornbirn wieder zurück­ 
gewannen, so belehnten sie doch ihrerseits die He rren von Ems und die 
nachmaligen Grafen von Hohenems mit der Gerichtsbarkeit dortselbst, so 
daß diese erbliche He rren des gr ößten Teiles von Dornbirn bis zu ihrem 
Aussterben 1759 bli eben — 
3) Siehe über jenen Besitzstand: Emser Chron. (1616), ธ. 29 f.; Bergmann: Die Grafen 
v. Ems z. Hohenems, ธ. 83; Zösmair , in Feierabend (Beil. z. Vorarlb. Ta gblatt), 1923, 
ธ. 56, 60; das oben ธ. 228 f. Gesagte. 
') Uri. nutzet, bei Bergmann: Die Edlen v. Ems, ธ. 18, 95 f. (XI); vgl. d. Urk. von 
1417, Feb. 27., bei Bergmann: Urk. d. vier vrlb. Herrsch. (1848), ธ. 155. 
5) Bergmann: Die Edlen, ธ. 19, 96 (XII). Vgl. üb. diese Vergabungen das oben ธ. 230 
Gesagte. 
°) Vgl. Stammtafel II. oben in Abschn. Emserburgen. 
’) Wir unterscheiden hier im Gegensatz zu ält eren Schriftstellern zufol ge Feststellung 
Bergmanns (in: die Edlen v. Ems, S. 31) zwei Vertreter der Dornbirner Se iten linie mit 
dem Namen Jako b: der ältere Jakob oder der 1. ist der Erbauer des Schlößc h ens; der 
Kriegsheld und Lan dskne chtführer Jakob v. Ems ist dess en Sohn und bezeichnen wir ihn 
als Jakob II 
Bald nach Mitte des 15. Jahrhunderts finden wir einen e m s i f ch e n 
S e i t e n z w e i g im Besitze des damals erbauten oder neu aufgehauteu 
Tu rmes v o n D o rn b i r n im Oberdorf als nunmehrigen Herr­ 
schaftszentrums. Das Schlößc hen, das österreichisches Lehen war, erstand 
1465 Von den Schweizern ward es nach ihrem Sieg in der Schlacht bei 
Hard 1499 verbrannt, aber 1502 ward es aufs neue erstellt. Eini ge Zeit 
nach dem Aussterben der Seitenlinie im Jahre 1556 blieb es noch bei 
deren Erbe n, und kam dann mittest Kaufes seitens des Grafen Jakob 
Hannibal I von Hohenems 1576 wieder an die Hauptlinie des nunmehr 
gräflichen Gefchlechtes. 
Stifter des emsischen Seitenzweiges, nämlich der Dornbirner 
L i n i e d e r e r v. E m s, war Ritter Hans Ulrichs. Ems mit sein er zwei­ 
ten Gema hlin Adelheid v. Ellerbach.") Ihre Söhne Jakob I.' unb 
Hans I. v Ems gelangten durch Vermogenst e ilung mit ihren Stief­ 
gesch wiste rn in den Besitz der Dornbirner Einkünft e und Renten des 
Hauses Ems. Der genannte Jakob I., der Ael tere,7) von 145 8—61 ös ter­ 
reichischer Vogt von Feldkirch, erbaute 1465 den Turm oder das S chlöß­ 
chen im Oberdorf.
	        
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