446 Burg und Liebfrauenkirche Rankweil.
Von die ser Burg Knüwen sind nurmehr, wie eingangs bemerkt, spär
liche Fundamentreste erhalten. Im Jahre 1848 schreibt Bergmann ," ) daß
man an ihrem ehemaligen Standorte noch zerfallene Rui nen wahrneh men
wolle.
Den baulichen Bestan d der Ruinen der vormaligen Kn üburg oder Eisenburg auf dem
Stieglmgerberg, wie er um die Mitte des vorigen Jahrhunderts noch zu sehen war, hat der
1918 hochbetagt verstorbene Dor nbirner Maler Josef Alb rich in einer Tuschzeichnung in
seinem „Album bemerkenswerter Bau lichkei ten von A lt-Dornbirn" (im Besitz sein es Soh nes,
Lithograph Albrich in Hatlerdorf), sowie in einem vom Maler sel bst hi evon aus geführte n
Öelbild. (im Besitze sein er Verwandten in Watzenegg) fest gehalten.
Literarisches.
Burgsage von Schloß Kujen.
Mit di esem an sich schon sagenhafen Sch loß, das an geblich östlich von Rickenbach ober
der Steig gestanden hatte, aber nach dem oben Gesagten vermutlich mit der längst abge
gangenen Burg Knüwen ober Hase lsta uden verwechselt wird, bringt der Volksmund noch
folgende Sage UI Verbindung, die in der Wolfurter Pfarrchronik4 5) uns üb erliefert ist: „Ober
der Steig östli ch von Rickenbach tritt ein Fels hervor, der von Schwarzach her eine längliche
4) in sein er Urkundenedition: Urk. d. vier vo rarlb. Herrs ch. (1848)/ S. 68, Anm. a.
5) Pf arra. "Wolfurt. ■■ "
°) Vgl. Vonbun- Sünder: Die Sagen Vrlbgs., 2 .Aufl., S. 103, Anm....... '๙
viereckige Wand bild et. Diese war einst der Grund stein des alten Schlosses Kujen. Kujen
soll ein gar s t attliches Gebäude gewesen sein, welches die Schwei zer zerstört ha ben, wovon
jetzt keine Spur mehr zu sehen ist. Von die sem Schlosse, wie eine Volksmähre erzählt,, sah
man öfters eine goldene Sch lange — in Mondscheinnachten — über die Felswand her ab
schießen und aus dem Rickenbach Wasser sc hlür pfen, dann wieder zum Schlosse zurück
schleichen. ®) Den Besit zer dies es Sc hlosses hielt man für sehr reich." — Vgl. die ganz ähn
liche Sage von der goldenen Schl ange von Wolfurt.
Burg und Kirche auf dem Liebfrauenberg in Rankweil.
So ziemlich im Herzen des La ndes, an verkehrspolitisch und st rate
gisch wichtigem Punkte und dazu in landschaftlich reizvoller Ge gend liegt
Rankw eil, das alte Vi nomna. Durch seine einstigen Besiedlungs v erhä lt
nisse; seine Kirchen: die Peterskirche, den Ausgangs punkt der Chris tiani
sierung des Oberlandes, und die Wa llfa hrtskir che zu น. L. Fra uen auf
dem Berge; sein altehrw ürdiges Gaugericht mit seinem weit über die
Landesgrenzen hinaus reichenden Sprengel; aber auch durch seine Sagen
und Legender: ist dieser Ort einer der bedeut sams ten im Land Vorarlberg.
Die ser sein er Bedeutung entsprechend hatte Rankweil denn auch schon in
früh er Zeit feine Burg und Veste. Deren Standort war auf dem Lieb
frau enb erge, wo die he utige Wa llfa hrtskir che, groß enteils auf ihren
Fundamenten erbaut und mit ihren Tür men und Mauern einen wehr
hafte n Anblick bietend, an die einstige Bestimmung dieses Pl atzes erinnert.
Die reiche kulturgeschichtliche ^Verg angenheit des Ortes, in der un sere
„Kirchenburg" eine bedeutsamste Rolle spi elt, macht in unserer Dar stel lung
ein näh eres Eingehen auf einige einschlägige Frage n wünschenswert, die
zwar mit unserem Gegenstand nicht in unmit telbarem Zusammenhang zu
ste hen scheine n, aber zum besseren Verst ä ndnis der in unserem Lande
einziga rt igen Stellung die ser Veste notwendig besprochen werde n müssen.