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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

504 Ramschwa g. 
Der Verka uf der Walgauer Burg gesch ah jedenfalls vor Mitte des 
14. Jahrhunderts. Er ging an die ebenfalls schw eizerische, aus Schwaben 
stammende Adelsfam il ie derer von Land enberg-Greif ensee 
Uber. Einen Herma nn von Landenberg-Greisensee, — wahrscheinl ich 
einen Bruder Hugo 's dieses Geschl echtes, welch letzter er mit Siegfried 
dem Tumb en von Neu(en)burg urn jene Zeit die gege nüberliegen de Veste 
Jagdberg vom Grafen Hugo von Montfort-Tosters als Pfand inne hatte , 
und dessen Vater Berengar von Lande nberg-Greisensee hieß — find en 
wir um 1352 im Besitz der Burg Wälsch-Ramschwag. Im gleich en Jahr 
1352 (13. April ) veräußerte Herma nn die Burg mit Leuten, Gütern und 
Grün den sür 650 Pfd. Pf. Kon st. Münze an den Grafe n Ru dolf III. 
von M o n t s o r t - F e l d k i r ch.5 6) 
5) gösrnair, Polit. Gesch. Vrlb. im 13. und 14. Jahrh., Feldkirch. Gy mn.-Pro gr. 1878, 
S. 35. 
®) Bergmann, Urkunden d. vier vorarlb. Herrsch, und d. Graf. v. Montf ., Wien, 1848, 
S. 78, Nr. 31; — Zösmair , Feld. Zeitg., aa. O., Nr. 54. 
6) Ulr. TränkIe's Chrom น. Vanottl: Gesch. d. Graf. v. Montf . น. Werde nb.; — Zös­ 
mair, Pol. Gesch .. III. (1879), S. 4 f. 
7) Nach der Chrom des Ulr. im Graben: im Bergmann'schen handschr. Nachlaß in' Feld^ 
kirch. Gymn.-Bibl. ’ 
Aber schon 1354 den 20. März mußte Graf Rudolf die Burg uni 300 
Pfd. Pf. an Freiherrn Albrecht von Schauen st ein-Tag­ 
st ein (in Graub ünden) verset zen. Die Verpfändun g erfolgte auf zwei 
Jahre, gegen die Verpflicht un g, sie niemande n ande rn einzuhändigen, sie 
treu zu bewah ren und nach Ablauf der Frist sie ihrem Herrn wieder zu­ 
rückzugeben; dafür wurden ihm 40 Pfd7 Pf. Burghutgeld zugesic kErt.") 
Mit bent Sch utz der Burg wurde alsdann der Edle Hartmann von Pras- 
berg (Parsb erg), ein allgäuifcher Adelige r, betr aut. 
Im Jahr 1360 hatte Graf Rudolf III. von Montfort-Feldkirch wieder 
einmal eme Fehde mit fernem Vetter Albrecht I. von Werdenberg-Heili ­ 
genbe rg. Dieser hatte Anspruch gema cht auf einen Teil der Leute, Güter und 
Vesten des Grasen Hugo v. Montfort-Tosters, Rudolfs Bruders, und nahm 
auch sofort nach dessen Tod 1359 von solchen Besitz. Rudolf III. erhob sich 
gegen ihn, und es kam zu einer lang wierige n Feh de. Am Hilariustag (14. 
Jänner) 1360 überfiel Rudolf den Ort Grabs jenseits des Rheins, äscherte 
ihn ein und nahm später auch Buchs und Altstätten ein. “) Aus einmal 
erhielt er Nac hricht, daß die Bludenzer, des Werd enber gers Untertanen, 
mit dem Gesinde des Grafen Albrecht vor die Veste Ramfchwag im 
Walgau geruckt sei en. Dies bewog den Grafen zu sofortiger Umke hr. Die 
Werdenberger waren schon in den Vorhof der Veste eingedrungen, die, 
wie es scheint, vom Schloßhauptmann Prasber g ganz allein verte idigt 
wurde Graf Rudolf kam mit schne ll zusammengeraffter Mannsc haft ge­ 
rade noch recht und drängte den Feind wieder hinaus.7) 
Die Werdenberger aber gaben ihre Sache noch nicht auf, fondern such­ 
ten Hilfe bei Kais er Karl IV., mit dem sie durch Albre chts II. d. Jung. 
Gemahlin Agnes von Hohenzollern, Burggräsi n von Nürnberg , ver­ 
wandt waren . Angesichts die ser Gefahr sah sich aber auch Rudolf III. 
um Bundesgenossen um und warf sich nun dem Haus Habs b u r g, 
dem Rivalen des Kaisers, in die Arme. Dies kam dem Herzo g Rudolf IV. 
von Oesterreic h, der erst vor kurzem die Regierung angetreten, sehr gele- gele-
	        
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