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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

Das „Haus" der Gra fen in der Bregenzer 
Oberstadt. 53 
Die gegen die Kapuziner- und die Pfarrkirche zu s chauende lange Außenfront der Ober­ 
stabt zeigt noch das alte Stadtmauerwerk, nur daß es fetzt durch ausgebrochcne Fensteröff­ 
nungen Wohnu ngszwecken dienstbar gem acht ist. Dies geschah in den 1880 er Jahre n, als 
nach dem damaligen Brande die hin ter der Mauer in einem Abs tand von ihr gebaut ge­ 
wesenen Hauser beim Wiederaufbau ganz an diese Stadtmauer hingezogen wurden, so daß 
letztere nunme hr die Außenwand der Wohnungen bildete. — Das imposanteste Bollwerk in 
diese r Verteidigungsanlage bildete der nordwestli che Eck turm des Verteidigungsgürtels, der 
Martinsturm, heute noch das Wahrzeic hen der Stadb In das usttergeschoß dieses 
mass iven Baues hatte um das Jahr 1362 Graf Wi lhelm II. von Mo ntfort-Brege nz die St. 
Martinskapelle eingebaut. Diese lbe bietet auch kunsthistorisches Interesse durch die 
darin vor etwa anderthalb Dezen nien aufgedeckten Wandfresken.7) Die ge ge nwärtige baroc ke 
Bedachung des Martinsturmes st ammt aus der zweite n Hälft e des 17. Jahrhunderts. 
7) Ueber diese St. Martinskirche siehe Rob. Byr in Mus.-B er. 34 (1895 ), S. 79—81 ; 
über ihren Bilderschmuck siehe V. Kleiner in Verösftl. d. Der. f. Christl . Kunst น. Wiss., 
Heft VII (1914 ), ธ. 28—30 ; vgl. die dort zit ierte Literatur. 
Brege nz um das Jahr 1643. (Nach Merian.) 
Mit der Einreihung der alten Fronveste, des Amtstor es und des 
Schelmenturmes hat das Bregenzer Stadtbild nicht nur einen wesent­ 
lichsten Teil sein er einzigartigen Wehranlage, sondern auch vielleicht den 
malerisc hste n Punkt in sein er charakteristischen Landschaftsstimmung, aber 
auch das'letzte Erinn erun gszeich en an den ursprünglichen Stamm sitz der 
ältesten Beherrscher des Ortes verloren.
	        
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