Die Burgen von
Bürs. 519
d. i. eine Quell e zu Füßen des Burghügels. Eine Brunnen quelle besteht
noch un m ittelbar unter der Burg gegen Osten (eine zweite Quell e liegt
etwa zehn Mi nuten weite r- oben, dre sogenannte Suggquelle). Zum
Schlosse gehört ebenfall s eine Ebene ob dem Stei n. Dieser Stein ist si cher
nichts anderes als die Felswand oder der aufsteigende Felsrücten der
„Schaß" („saxum"). Diese Schaß war bis 1865 Allmein und wurde dann
in diesem Jahr an die Bürge r zu Bürs verteilt.
Aus diesem Bestallungsbrief von 1360 geht he rvor, daß die Burg
Holenegg den Grafen von Werde n berg-Sargans (zu Va duz) gehörte.
Wenige Jahre nämlich vor der erwähnten Verleihung, am 21. Mai 1355,
hatte zu Lindau die wichtige Teilung des Walgäuer Gebietes zwischen
den Grafen von Werdenberg-Sargans (zu Va duz) und ihren Vettern,
den Grafen von Werdenberg-Heiligenberg, stattgesundcn. ^) Hiernach
wurden die Stadt Bludenz, das Tal^Montafon, der Hof zu St. Peter , die
V este Bürs und die Silbr er und Walser, die zwisc hen „Butzyens" und
der Mündun g der Alsenz in die III, d. i. der Hauptsache nach der Ge
meindeboden von Stal lehr, 1) — und zwischen Bretigau und Dalaas
wohnten, dem Grafen Albrecht I. von Werdenberg-Heillgenberg zu Blu
denz zugewiesen. Dieses Bretigau (1463 Partiguw genannt) war ein
Maisä ß, etwas talaufwärts von Dalaas gegen"Wald gelegen.') Die
jungen Grafen von Werdenberg-Sargans zu Vaduz, für welche ihr
Oheim , Gras Rudol f v. Werdenber g zu Sargans (Vaz), der Aussteller
der Beftallungsurkunde von 1360, die Vormundschaft füh rte, erhielten
die so genannte Herrs chaft Sonnenberg sowie Blumenegg, also ein Ge
biet, das von der Letzi bei Feldki rch mit Unterbrechung bis zum Arlber g
reichte. In diesem Bereich also lag die Balme Holenegg zu Burs wie auch
Bürs se lbst und gehörte den Sargansern (zu Vaduz) , wahrend die ben ach
barte Veste Bürs, wie eben gezeigt, den Grafen von H eil igenberg-Bludenz
gehörte. —
Aus später er Zeit finden sich zweck dienl iche urkundliche Angaben
über unsere Burg Holenegg im Urbar der Herrsc haft Bludenz und Son
ne nberg, zusammengesc hr reben 1608—18, ๆ in der Haupts ache zurück
gehe nd aus das Herrschaftsurbar von 1500. Hier heißt es ttn Verzei chni s
der Steuern, Zinse und Pfe nnigg ülten: ^) „Item das Burgstall zu
Bürs, genannt Holenegg, samt dem Einfang und Gut, auch der
Ebene auf dem Schlo ß auf dem Stein" usw., wobei auf die Urkun de von
1360 hingewiesen wird. Später °) heißt es dann: „Item so gehört der
Herrschaft das alt Burgstall zu Beurs, von alters Holene gg, anjez o
aber R o se n e g g genannt, samt dem darum und daran gelegenen Gras
boden, so des Jahrs ungefähr 12 Wehrburdinen (— gutge laden e Burd en)
Heu ertragen mag; die nießt ein Vogt zu einer Beinutzung, und ist dann
10) Zösmair: Pol it. Gesch., II., S. 38 f.
9 Dgl. Sander: „Der Stre it der Dlontafoner mit den Sonnenbergern um Stalle hr
etc.", S. 64; de rselbe: „Erwerbung d. Gra ssch. Sonnenberg", S. 40, Anm. 97.
12) Dgl. Stef. Muller: „Zur Gesch. d. spätmittelalterl. Bergbaues im Montafon", in
Vie rte qahrsschr. f. Gesch. น. Ldkd. Vr lbgs. IX. (1925), S. 37.
3) Lan desa.
*) Fol. 72.
5) Fol. 236 b.