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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

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2. 
Schl oß (Hohen-) Bregenz auf dem Gebhardsberg. 
Im Rücken der Stadt Bregenz erhebt sich der Schloßberg, heute ge­ 
meinsgl ich der Gebhardsberg genannt, im ganzen Land und weitum in 
den Nachbarstaaten als Wallfahrts ort und un verg leichliche Aussi chtswar te 
bek annt und von Einheimischen und Fremden alljährlich in Schare n be­ 
sucht Seine Höhe krönt heute die WMfahrtskirche zum hl Gebhard, im 
18. Jahrhundert erbaut auf den Ruine n des im Schwedenkrie g 1647 zer­ 
störten eh edem mächtigen Schlosse s Bregenz, auch Hohen-Bregenz und im 
Volksmunde frü her zeitweilrg Pfannenberg genannt. Diese Hohenburg 
ivar einst Sitz der Alten Grafen von Bregenz und ihrer Nachfolger, der 
Mont forter und, zuletzt bis zu ihrer Zerstörung^ der öste rre ichi schen Vogtei­ 
herrschaft. Im Volke aber knüpft sich an das Schloß die fro mme Erinne­ 
rung an den erlauchtesten Sproß des alten Bregenzer Grafe nha uses, den 
hl. Bischof Gebhard, als dessen Geburtss tätte es gilt. — Nachd em über die 
alte Bregenzer Dynasti e schon im vorstehen den Kapi tel (Bregenzer St adt­ 
burg) gehandelt worden, sei hier im erst en Teil lediglich über das g r ä f- 
liche Stammhaus Montfort und dessen Bregenzer Linien das 
Wissenswerte mitgeteilt und im zweit en Teil die Geschichte und 
der baulic he Bestand des hiesigen Bergschlosses kurz 
besprochen. 
1. Das Haus Montfo rt. 
a) Abstammung und Familienverzweigungen. 1) 
Auf die Alten Bregenzer Grafen folgte in der Herrschaft über unser 
Land das Haus der Montforter. Der Str eit um das Erbe des erloschenen 
Hau ses Alt-Bregenz brachte den Verlust eines Großteiles der vormaligen 
Machtstellung des selben in Oberr ät ien. In dies em Erbstreit sehen wir den 
Psalz grasen Hugo v. Tübing en als Gemahl der letzt en Erb­ 
tochter von Alt-Bregenz in Fehde einerseits mit dem Grafen Rudolf von 
Pful lendorf , andrerseits in besonders heftigem und lan gwierige m Rin­ 
gen mit den Herzog en Welf VI. und VII. v. R avensburg * 2) Schließlich 
siel die große Grafschaft dem Tübinger zu; dessen jüngerer glei chnam iger 
Sproß, als Erbe des mütterlichen Besitzes, verlegte beim Regierungsan­ 
tritt seine Residenz von Bregenz in das Vorarlbergisch e Oberland, und 
zwar, wie wir sehen werd en, in das heutige Feldkirch, und nannte sich 
„Graf v. Montfort . 
*) Zur vorläufigen Orientierung vgl. den ธ. 58 f. fol genden Stammtafelauszug; vgl. 
benfelbeif in des Verfassers Sc hrift: „Der Gebhardsberg", S. 21, 24 f. 
2) Vgl. Helbok, Re gesten, Exk. III, S. 129—34.
	        
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