520 Die Burgen von Bürs.
nochmals von dem erwähnten Lehenbrief „wegen ermelts Burgstalls Ho
lenegg" die Rede.G) —
Einen weiteren Beweis für Namen und St andort der Burg Hole n
egg biete t das alte Frühme ßurba r von Bürs, neu zusammengestellt 1652.
Hier Wird diese Burg mehrmals erwähnt, einmal wird sie geradezu
Holenegg genannt. Die Pfründ e hatte nämli ch ein Gut, ein Ried wi eslein
,, unter der Bur g". Nun gibt es aber in ganz Bürs nur unter der heute
sogenan nt en Burg Rosenegg Riedwiesen, die wa hrscheinl ich durch die im
Bestallungsbrief genannte Quel le sich gebildet hatten. Sona ch ist die noch
bestehende Burg keine ander e als die alte Holenegg. Der Verfasser des
Urbars ist der gelehrte Pfarrer und Dekan Christian Kraft zu Bürs
(1623—63).
Er war geboren zu Bürs und stud ierte 1614 an der Un iversität zu Freiburg. Er war
sehr tüchtig in Rechtssache n, hatte auch zeitweilig als Kanzler in Ehur geam tet und kannte
sich in alten Schriften gut aus.
Dekan Kraft stell te auch einen Ausz ug aus den alten Urkund en der
Gemeinde zusamme n; in dies em erwähnt er unter Nr. 2 die nun gleic h
zu bespr echende Burg Ro senberg bei Bürs, Eigentum der Schloß
herrschaft Bludenz; er kennt und unterfchcidet also zwei Burge n: Hole n
egg und Rosenberg.
Die ande re, wahrscheinlich ältere Burg ist die Veste Bürs, von
des sen Burgmannen, dem uralten Geschlechte der Edlen von Bürs, noch
spater die Rede sein wird. In dem erwähnten Teilungsbrief von 1355,
ausgestellt zu Lindau, wird diese Burg mit der Stadt Bludeüz und dem
Tal Mont afon und an derem Besit ztum den Grafen von Werd enberg
Heiligenberg zugeschlagen. Von dies en kam die Veste an die Habsburger,
indem der let zte Graf Albrecht III. v. Heiligenberg -Bludenz sein Besitztum
mittelst Kaufvertrag dd. Ensisheim, 5. April 1394 an Herzog Albrecht III.
v. Oesterre i ch und seine Vettern Wilhelm, Leopold, Ernst und Friedric h
um 5000 sl auf Ableben verkaufte.7) Der Verka uf wurde neuerdings be
stätigt zu Innsbruck den 2. September 1413, wobei Graf Albrecht III.
(t 1418) verspricht , Blud enz und die Veste Bürs den Herzogen Fri ed
rich und Ernst sowie Erben bei seinen Lebzeiten offen zu halten) Blud enz,
Montafon und die Veste Bürs sollen nur an Oesterre i ch sallerl. *) —
Im Appenz eller Krieg, zur Zeit des „Bundes ob dem See" (15. Septem
ber 1405 bis Mai 1408) , da „die Schlösser all zerbrochen wurde n", wie
eine alte Schrift besagt, ward auch die Veste Bürs von dem empörten
Landvol ke gebrochen. Daß Veste Bürs dem Ansturm — wahrscheinl ich
am 29. September 1405 — zum Opfer fiel, begreift sich, nachd em Graf
Albrecht von Bludenz als Feind des Bundes galt; die Sarganfe r Gra
fen aber hi elten mit dem Bunde oder bli eben wenigstens neutr al und so
dürfte deren Burg Holenegg verschont geblieben sein.
'0 Fol. 237 a; Abschr. des Lehenbriefes Fol. 268. Vgl. Sander im „Archiv", aa. O.,
S. 71)
Zöömair: Polit. Gesch., HL, S. 43.
8) Sander: „Archiv", S. 68.