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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

Die Burgen von Biir s. 523 
Schloß Rosenegg bei Biirs im heutig en Zustand. 
(Zeichnung von L. Scheel.) 
auf Grund der von Schleh gebotenen Abbildung. Don diesem ang ebliche n Wap pen derer 
von Biirs haben wir spä ter noch eige ns zu handeln. — Bucelin in seiner Raet ia (1666) 
schreibt, daß von Bludenz aus Biirs erblickt werde, „cum vetustissimae arcis sublimi loco ru­ 
deribus". Leßte re Beme rkung bezieht sich ebenfalls offensichtlich auf die Ruine Holenegg- 
Ros enegg. 
Entgegen der Meinung Schlehs von einem „beson deren " Adel in 
Bürs gilt als sicher, daß die Edlen von Bürs niemals selbständ ige Her­ 
ren oder Eigentümer der Veste Bürs, sondern nur Dienstm annen llnd 
Lehensleute der Grafen von Werdenberg waren, indem die Burg, soweit 
die Geschichte re icht, immer im Besitze des Dynastadels stand.") Die Veste 
Bürs diente, wie schon oben erwähnt, vermutlich schon in der werdenber­ 
gischen Zeit einem jeweiligen gräfli chen Vogt in Bludenz als Dienstwoh­ 
nung. Und schon in früherer Zeit hatte sie noch eine ander e wichtigere Be­ 
stimmung, der sie auch wahrscheinlich ihre Erbauung verdank te: sie di ente 
zum Sch utz und zur Ueberwachung des Eisenbergwerkes in Burs, das 
wahrscheinl ich schon bis in die Karolingerzei t hinaufreicht, und mit dieser 
Aufgabe w urden dann die Edlen von Bürs von den Werdenbergischen 
Lan desherren betraut. Nach Zösmair" ) hätte auch die später entstandene 
Burg Holeuegg dieselbe Bestimmung ge habt. Unter solchem Gesich tspunkte 
erscheint die Annahme berechtigt, daß die Veste Bürs schon zur Zeit der 
Alten Grafen von Bregenz oder we nigstens des ersten Montforters ent­ 
stan den sei. 
°) Vgl. Grabherr in: „Burgen und Adel im Walgau", S. 55. 
lö) Äa. O. (Ber gwe rksge sch.), S. 6.
	        
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